Wirtschaftswurm-Blog

Wirtschaftswachstum mal langfristig (2003-13)

Wirtschaftswachstum 2003-13 Ausschnitt

Da immer wieder gerne gelesen, gibt es auch dieses Jahr eine Aktualisierung der Zahlen zum langfristigen Wirtschaftswachstum der 25 größten Wirtschaftsmächte der Erde. Die Unterschiede im Wirtschaftswachstum sind vor allem in der langfristigen Perspektive beeindruckend. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie sich die Machtverhältnisse in der Welt verändert haben.

Achtung! Dieser Artikel ist veraltet. Es gibt einen aktualisierten und erweiterten Artikel:

Wer sind die größten 25 Wirtschaftsmächte? In folgendem Diagramm sind sie aufgelistet, sortiert nach dem BIP in US-Dollar 2013.

BIP 25 größten Wirtschaftsmächte: 1. China, 2. USA, 3. Japan2013 neu dabei sind das bevölkerungsreiche Ölland Nigeria und Argentinien. Nicht mehr vertreten sind das Euroland Belgien und der durch Sanktionen geschwächte Iran. Im Vergleich mit meiner ersten Aufstellung hier im Blog von vor vier Jahren sind auch Österreich und Taiwan herausgefallen.

Das Land mit dem höchsten 10-jährigen Wirtschaftswachstum ist auch 2013, wie in allen Vorjahren, China. Mit +164,2% BIP-Wachstum von 2003 bis 2013 weist die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Erde nach wie vor ein beeindruckendes langfristiges Wachstum auf, auch wenn der Wert niedriger ist als für 2002-2012 und geschönt ist.

Auf Platz 2 kommt nun gleich Nigeria mit +120,9% von 2003 bis 2013. Da fragt man sich, wo die vielen deutsche Medienberichte über den Wirtschaftstiger Nigeria geblieben sind. Es gibt so wenige, dass die WiWo einen Artikel mit dem Titel „Nigeria ist der meistunterschätzte Wachstumsmarkt“ als „Exklusiv-Studie“ bewirbt. Die vielen Probleme, die Nigeria hat, nicht zuletzt auch die Terrororganisation Boko Haram, zeigen allerdings auch, dass Wirtschaftswachstum nicht alles ist.

Wie schon 2012 bilden die Eurostaaten und Japan die Schlusslichter beim 10-jährigen Wirtschaftswachstum. Italiens Wirtschaft ist sogar im 10-Jahres-Vergleich geschrumpft.

Hier der Überblick über alle langfristigen Wachstumsraten in einem Diagramm.

BIP-Wachstum 2003-13: China +164,2%, Nigeria +120,9%, Indien +106,2%, Deutschland +13,7%, Italien -2,4% Die Änderungen in der Rangliste gegenüber 2002-2012 sind bei den meisten Ländern nicht groß. Russland (nun Platz 9) und Spanien (nun Platz 23) stürzten beide um drei Ränge ab. Dagegen war das einzige Land, das sich um zwei Ränge verbessern konnte, Deutschland.

Auffallender sind da schon die Änderungen gegenüber meiner ersten Rangliste, der für 1999-2009. Beispiellos ist die Deklassierung Spaniens, das damals auf Platz 11 stand. Aber auch Russland hat sechs Ränge verloren, Südkorea fünf und Kanada vier. Positiv ragt auch in diesem Vergleich Deutschland heraus, das sich um vier Ränge verbessern konnte. Man muss allerdings dazu anmerken, dass auf den dichter gedrängten hinteren Rängen eine solche Verbesserung einfacher ist.

Alle Berechnungen beruhen auf aktuellen Zahlen des IWFs. Das langfristige Wachstum wurde für das inflationsbereinigte BIP in jeweils nationaler Währung berechnet.

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11 Kommentare

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  3. Häschen sagt

    Danke auf jeden Fall interessant, wie jedes Jahr ein spannendes Update.

  4. Silvia sagt

    Die Zahlen sind offenbar nicht mehr aktuell.
    China ist seit diesem Herbst gemäss IWF Wirtschaftsmacht Nr. 1 und hat die USA überholt.
    Die USA weigern sich noch, das anzuerkennen, weil sie für sich die Zahlen auf die Bevölkerung herunterrechnen,
    d.h. 1350 Mio. Chinesen… das sind mehr als 350 Mio. Amis.
    Quelle (unter anderen):
    http://www.leap2020.eu/GEAB-N-88-ist-angekommen-Umfassende-weltweite-Krise-2015-Die-Koordinaten-der-Weltordnung-verschieben-sich-nach-Osten_a17017.html

  5. @Silvia, die Zahlen sind sehr aktuell vom Oktober 2014. Auch in deinem Link hat die USA ein größeres BIP 2013 als China. Der Unterschied dort ist allerdings geringer, da das BIP in Kaufkraftparitäten und nicht in Dollar umgerechnet wurde. Da in China die Lebenshaltungskosten geringer sind als in den USA, wird so das chinesische BIP erhöht.
    Eine Umrechnung in Kaufkraftparitäten ist sinnvoll, wenn man den persönlichen Wohlstand vergleichen will. Dann sollte man aber auch wirklich die Pro-Kopf-Werte vergleichen und China liegt so wieder weit hinter den USA. Im Fokus meiner Betrachtung steht allerding eher ein Vergleich der wirtschaftlichen Macht.

  6. Häschen sagt

    Wohlstandsvergleiche sind eher mit Vorsicht zu genießen. Der empfundene Wohlstand wird permanent untergraben von jenen die Produkte an den Mann bringen wollen und zunehmends die Illusion von der Abwesenheit von Wohlstand am Ende suggerieren. Das BIP pro Kopf in Moçambique ist nicht unbedingt hoch, möchte aber nicht davon ausgehen, dass die Menschen dort ob das Wachstums sich ‚ärmer‘ fühlen. Wohlstand wird vermutlich eher relativ empfunden vom Individuum. Die Probleme die gelöst wurden sind gelöst und solange keine neuen bei der Hintertür mit den Problemlösungen werden ins Lebensumfeld gebracht ist der Status bestimmt befriedigend.

    Wir haben im Westen den Unternehmen ein Umfeld geschaffen, das beinahe an einen Golfplatz erinnert so gemäht ist die Wiese. Der Dank dafür ist, dass jetzt mit Sportwägen die Erde umgeackert wird. Die Erfahrung des Konsumenten im Westen ist eher, weniger kaufen spart Ärger.

  7. Silvia sagt

    Tatsache ist, dass die USA fast die gesamte Produktion nach China ausgelagert hat, hunderttausende Produktionsfirmen geschlossen wurden, diese Leute alle auf der Strasse stehen, oder sich mit Stundenlohn, Teilzeit, Minijobs durchs Leben quälen, oder zu den nicht mehr in der Statistik aufgeführten Langzeitarbeitslosen gehören, oder zu den 46 Mio, die in den USA heute auf Essensmarken und Suppenküchen angewiesen sind (bei 350 Mio eine beachtliche Zahl).
    China hingegen kauft Land und Gold, wo es kann (auch Indien, Türkei, Russland u.a.) China gehört halb Afrika, hat in der Ukraine Flächen 2 x so gross die Schweiz etc. usw. Der Hit war wohl der Kauf des Waldorf Astoria in NY für 2 Mia., einstmals das grösste und höchste Hotel der USA.
    Sämtliche wirklich hohen Gebäude, Hotels, Büroräume befinden sich heute in Asien und den Emiraten, USA abgeschlagen – Symbole der Macht.
    China gibt seine Goldkäufe nicht zu, führt Gold über viele verschiedene Wege ein.
    Hier mehr Infos dazu für Interessierte:
    http://www.goldseiten.de/artikel/223365–Chinas-Weg-zur-Weltmacht-Nr.-1-und-was-das-fuer-den-Goldmarkt-bedeuten-wird.html?seite=3
    Sicher ist, sollte China einmal mehr Gold besitzen als die USA, und dann öffentlich werden, dass die USA in Wirklichkeit gar kein Gold mehr hat, dann – dann – dann ist der Tag gekommen, da China die absolute Nr. 1 sein wird. Und das wird ganz sicher nicht mehr lange dauern.
    Ich persönlich freue mich sehr, wenn die Blut- und Kriegsrünstigen Amis endlich abtreten und ihre NSA Überwachung und ihre Hamburgers mit Pommes und ihre unfähigen Präsidenten. Byby.
    Die USA hat den ganzen mittleren Osten in Brand gesetzt, führt Krieg gegen Ebola, ISIS (von den USA selber geschaffen und finanziert und grossgemacht) und gegen RUSSLAND
    (Aussge Obamas: Neuer Krieg, nach dem Krieg gegen Terror, der ja immer noch läuft: Krieg gegen Ebola, ISIS und Russland)
    Lächerlicher geht nicht.
    Krieg gegen die ganze Welt, gegen die eigene Bevölkerung und gegen alles sonst auch noch.
    Es gab übrigens in der Geschichte noch nie jemanden, der Russland besiegt hätte.

  8. Häschen sagt

    @Silivia So berechtigt die Kritik an sich ist. Die U.S. verfolgen eine andere Wirtschaftsphilosophie. Das ist deren Privatvergnügen.

    a) Rohstoffe waren seit eh un je heißt umfehdet
    b) Handel hat allein Mitteleuropa ein schlechten Ruf. Der hat aus dem selben Grund den schlechten Ruf, warum auch Produktion auf deutschem Boden und den Erwerb der Tauschmittel aus der Mitwirkung an Betriebstätten noch immer ideologisch ganz oben positioniert ist. Alles andere wird als kriminell dargestellt.

    Die Ulrike Herrmann hat das mal in einem Video recht nett erzählt. Der Westen hat schon immer an Asien Assets transferiert und Waren bekommen, seit dem es die Seidenstraße gibt. Umgekehrt war das Angebot nie wirklich passend.

    Wirtschaft heißt nicht bei Dunkelheit in den Keller zu gehen und aus selbigem wieder emporzusteigen in das Dunkle der Nacht damit vom Lohn kann Brot erworben werden. Da regt sich dann doch der Verdacht, dass die Deutschen im Dunkeln werden gelassen. Der Staat kassiert die Früchte. Das ganze wird als Erfolgsmodell gebrandet.

    Die Amerikaner sind halt eher am Handel orientiert, da sie erkannt haben, dass ihre Stärke nicht in ‚der‘ Arbeit liegt. Es gibt andere Philosphien die durchaus auch zu Erfolg führen.

    Letztendlich geht es in der Volkswirtschaft darum sich wenn Geld das ist etwas zu schaffen. Das gilt für das Individuum genauso wie für den Lebensraum. Eure Straßen sind Teststrecken für innovative Betriebe die Hochleistungsstoßdämpfer wollen zur Vollendung führen.

    Wirtschaft ist wie ‚Der Schneider von Panama‘ und nicht entlang der Vorgabe einer sozialistisch indoktriniert großzahligen aber doch Minderheit im Westen zu organisieren. Das wird lustig, wenn man dann für 100 EUR pro Stund den BDI Vorsitzenden mit Drohnen kann jagen durch Berlin. Der Arne Kuster steuert das Auto und das Häschen nimmt virtuell auf der Drohne sitzend die Verfolgungsjagd auf am Holodeck wohlgemerkt. Falls uns die Mama beim Krawadel packt, dann schauen wir recht treuherzig und sagen, ‚Ui das war gar nicht der Beppe sondern der Ulrich, das ist aber jetzt blöd‘. Tritt der Assistenten die Büroklammer des Holodecks inmitten des Raumes und stellt fest, ‚Wir gratulieren, Berlin ist beinahe zerstört wie erwartet ist, mein IFO Geschäftsklimaindex explodiert und GFK Konsumklimaindex gleich mit ihm, denn die Leute begannen mit den Hamsterkäufen‘. Wachstum kann man ganz einfach erzeugen, die Frage am Ende ist eher halt die Nachhaltigkeit. Leider ist die Welt kein Holodeck, also liegt der Flassbeck richtig. Die Früchte der Arbeit soll man genießen nach der Arbeit aber während des Arbeitsleben. Während der Arbeitszeit nach dem Arbeitsleben ist verkehrt herum.

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  11. @Silvia,
    dass die USA kurz vor dem Ende stehen, höre ich schon seit meiner Kindheit. Ich glaub’s nicht. Zu China ist zu sagen, dass nachholendes Wachstum leichter ist als Wachstum an der Innovationsfront. Je reicher China wird, desto mehr werden darum dort die Wachstumsraten nach unten gehen. Von daher wird es wohl länger dauern als manche denken, bis China die USA überholt.
    Wir Europäer sollten vielleicht auch endlich zur Kenntnis nehmen, dass wir immer mehr hinter den USA hinterherhinken. Der Abstand wächst kontinuierlich. Das sieht man anhand meiner Daten sehr gut. Europäische Schadenfreude über die wirtschaftliche Entwicklung in Amerika ist da ziemlich absurd. Im Übrigen stimme ich Häschen zu, dass die deutsche Fixierung auf Industrieproduktion durch nichts zu rechtfertigen ist.

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