Die Frage wurde letzte Woche auf der Frankfurter Konferenz “Ökonomie neu denken” aus dem Publikum heraus aufgeworfen und danach im Blog des Wirtschaftsphilosophen ausführlicher diskutiert. Mit welchem Recht, so fragt der Wirtschaftsphilosoph, wollen Professoren “den Frauen ihre Entscheidungsfreiheit nehmen und über deren Brüste bestimmen?”
Nun, bei seiner schon rhetorisch angelegten Fragestellung überrascht die Antwort des Wirtschaftsphilosophen nicht: Es gibt kein Recht, Brust-OPs zu verbieten und wenn man anfinge, die Freiheit zu Schönheitsoperationen einzuschränken, gäbe es bald keinen Halt mehr und immer neue Verbote für Zigaretten, Schokolade usw. würden folgen. Diese Argumentation finde ich allerdings schwach.

Brustvergrößerung - vorher und nachher
Klar ist, dass aus der Feststellung, dass Frauen sich die Brüste vergrößern lassen dürfen, noch nicht folgt, dass sie dies auch tatsächlich machen sollten. Die beiden Fragen muss man auseinanderhalten. Genauso sollte man allerdings auch die Frage, ob man Brustvergrößerungen verbietet, von der Frage, ob man Zigaretten oder Schokolade verbietet, auseinanderhalten. Vielleicht gibt es ja objektiv feststellbare Besonderheiten bei Brust-OPs?
Eine solche Besonderheit ist sicherlich, dass Brust-OPs ein Erfahrungsgut sind. Das heißt, ob sie für einen persönlich vorteilhaft ist, kann man im vorhinein gar nicht wissen, man kann nur Vermutungen darüber anstellen. Erst nach der Operation, ja erst nachdem man die Brustimplantate lange Jahre getragen hat, kann eine Frau wirklich beurteilen, ob die Brustvergrößerung bei ihr erfolgreich war.
Nun, so mag man einwenden (und so hat Wirtschaftsphilosoph in den Kommentaren zu seinem Artikel tatsächlich eingewandt), warum sollten sich Frauen nicht über die Erfahrungen anderer Frauen informieren und danach auf einer soliden Grundlage entscheiden, ob sie sich selbst unters Messer legen.
Tja, wenn das so einfach wäre.
Ich habe über eine Stunde recherchiert. Im deutschsprachigen Netz findet man ein paar Erfahrungsberichte von Frauen, die sich einer Brust-OP unterzogen haben. Einzelfälle, die nicht repräsentativ sind. Massenhaft gibt es natürlich Informationen von plastischen Chirurgen, die aber nicht unabhängig sind. Belastbare Zahlen aus wissenschaftlichen Studien zur Zufriedenheit der Frauen nach Brust-OPs: absolute Fehlanzeige.
Fündig wird man im englischsprachigen Netz. Schon die englische Wikipedia verweist auf einige Studien zum Thema Zufriedenheit nach Brustvergrößerungen. Aber wer kann die jetzt auswerten, einordnen, zusammenfassen, bewerten? Wer sich als Frau einen Überblick über die Erfahrungen anderer Frauen mit Brustvergrößerungen machen will, ist schnell überfordert.
Und damit ergibt sich sehr wohl für den besser Informierten das Recht, ja die Pflicht, in die Entscheidungsfreiheit der Frauen einzugreifen. Gemeint ist der Gesetzgeber, wenn und soweit er auf der Basis wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse handelt. Ob er das im Falle von Brustvergrößerungen tun soll, kann ich nicht beurteilen. Über eine Stunde Internetrecherche in Sachen Brustvergrößerung haben mich eher verunsichert, was Vor- und Nachteile von Brust-OPs anbelangt. Die gibt es inzwischen ja sogar für Männer.
Die Frage wurde letzte Woche auf der Frankfurter Konferenz "Ökonomie neu denken" aus dem Publikum heraus aufgeworfen und danach im Blog des Wirtschaftsphilosophen ausführlicher diskutiert. Mit welchem Recht, so fragt der Wirtschaftsphilosoph, wollen Professoren "den Frauen ihre Entscheidungsfreiheit nehmen und über deren Brüste bestimmen?"
Nun, bei seiner schon rhetorisch angelegten Fragestellung überrascht die Antwort des Wirtschaftsphilosophen nicht: Es gibt kein Recht, Brust-OPs zu verbieten und wenn man anfinge, die Freiheit zu Schönheitsoperationen einzuschränken, gäbe es bald keinen Halt mehr und immer neue Verbote für Zigaretten, Schokolade usw. würden folgen. Diese Argumentation finde ich allerdings schwach.
[caption id="attachment_1421" align="alignleft" width="150" caption="Brustvergrößerung - vorher und nachher"][/caption]
Klar ist, dass aus der Feststellung, dass Frauen sich die Brüste vergrößern lassen dürfen, noch nicht folgt, dass sie dies auch tatsächlich machen sollten. Die beiden Fragen muss man auseinanderhalten. Genauso sollte man allerdings auch die Frage, ob man Brustvergrößerungen verbietet, von der Frage, ob man Zigaretten oder Schokolade verbietet, auseinanderhalten. Vielleicht gibt es ja objektiv feststellbare Besonderheiten bei Brust-OPs?
Eine solche Besonderheit ist sicherlich, dass Brust-OPs ein Erfahrungsgut sind. Das heißt, ob sie für einen persönlich vorteilhaft ist, kann man im vorhinein gar nicht wissen, man kann nur Vermutungen darüber anstellen. Erst nach der Operation, ja erst nachdem man die Brustimplantate lange Jahre getragen hat, kann eine Frau wirklich beurteilen, ob die Brustvergrößerung bei ihr erfolgreich war.
Nun, so mag man einwenden (und so hat Wirtschaftsphilosoph in den Kommentaren zu seinem Artikel tatsächlich eingewandt), warum sollten sich Frauen nicht über die Erfahrungen anderer Frauen informieren und danach auf einer soliden Grundlage entscheiden, ob sie sich selbst unters Messer legen.
Tja, wenn das so einfach wäre.
Ich habe über eine Stunde recherchiert. Im deutschsprachigen Netz findet man ein paar Erfahrungsberichte von Frauen, die sich einer Brust-OP unterzogen haben. Einzelfälle, die nicht repräsentativ sind. Massenhaft gibt es natürlich Informationen von plastischen Chirurgen, die aber nicht unabhängig sind. Belastbare Zahlen aus wissenschaftlichen Studien zur Zufriedenheit der Frauen nach Brust-OPs: absolute Fehlanzeige.
Fündig wird man im englischsprachigen Netz. Schon die englische Wikipedia verweist auf einige Studien zum Thema Zufriedenheit nach Brustvergrößerungen. Aber wer kann die jetzt auswerten, einordnen, zusammenfassen, bewerten? Wer sich als Frau einen Überblick über die Erfahrungen anderer Frauen mit Brustvergrößerungen machen will, ist schnell überfordert.
Und damit ergibt sich sehr wohl für den besser Informierten das Recht, ja die Pflicht, in die Entscheidungsfreiheit der Frauen einzugreifen. Gemeint ist der Gesetzgeber, wenn und soweit er auf der Basis wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse handelt. Ob er das im Falle von Brustvergrößerungen tun soll, kann ich nicht beurteilen. Über eine Stunde Internetrecherche in Sachen Brustvergrößerung haben mich eher verunsichert, was Vor- und Nachteile von Brust-OPs anbelangt. Die gibt es inzwischen ja sogar für Männer.