Archiv für den Autor: Arne Kuster

Paul Krugman

Deutschland und Frankreich – Der Populismus des Paul Krugman

In einem viel beachteten Artikel betreibt Paul Krugman nicht nur populistisches Deutschland-Bashing, sondern verwechselt auch noch grundlegende volkswirtschaftliche Begriffe.

Nicht nur hier im Blog war der Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich ein Thema, sondern auch in einem Leitartikel des Nobelpreisträgers Paul Krugman. Dass die Resonanz auf Krugmans Beitrag größer war als auf meinen, kann allerdings kaum daran liegen, dass Krugman sich auf bessere Fakten und bessere Argumente stützt. Ganz im Gegenteil, ich werde darauf zurückkommen.

Die große Resonanz auf Krugman lässt sich damit erklären, dass er uns in populistischer Vereinfachung einen Sündenbock für den Euroschlamassel serviert und dadurch ganz nebenbei die einen Europäer gegen die anderen ausspielt. Mit Wissenschaft hat das übrigens nichts zu tun.

Krugmans Sündenbock sind “die Deutschen”. Dass das bei unseren europäischen Nachbarn ein erleichtertes und darum erfreutes “Aber sicher, wir haben es schon immer gewusst!” hervorruft, ist klar. Dass zudem auch viele Deutsche mit einem wohligen Schauer gerne lesen, dass sie schuld ist, ist eigentlich schwerer zu erklären; es hat aber wohl mit Traumatisierungen im Geschichtsunterricht zu tun.

Psychologisch gesehen ist also Krugmans Sündenbock-Vorschlag für alle eine Lust. Für die europäische Wirtschaft ist er trotzdem falsch.

Krugman argumentiert mit dem BIP-Deflator, der die Preissteigerungen aller in einem Land produzierten Güter misst. Dieser Deflator lag im Frankreich im Durchschnitt seit Einführung des Euros bei 1,7%, in Deutschland nur bei 1%. Indem so französische Waren im Laufe der Zeit relativ immer teurer geworden sind, hat Frankreich an preislicher Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt.

So weit ist das Konsens. Nun behauptet Krugman allerdings, 1,7% BIP-Inflation sei besser als 1%, und darum wäre der deutsche Weg falsch. Begründung: 1,7% sei näher am Inflationsziel der EZB von “unter, aber nahe 2%”.

Da begeht Krugman allerdings einen schweren Kategorienfehler. Das Inflationsziel der EZB bezieht sich nämlich auf die Verbraucherpreise (genauer: auf den harmonisierten Verbraucherpreisindex HVPI) und nicht auf den BIP-Deflator. Als Maßstab für den BIP-Deflator taugt es somit null.

Aber wenn man schon den BIP-Deflator ins Spiel bringt, was kann ein geeigneter Maßstab sein, um festzustellen, ob 1,7% BIP-Inflation besser oder schlechter ist als 1,0%? Nun, nach klassischer Auffassung sind Preise (und also auch Preissteigerungen) dann richtig, wenn durch sie Angebot und Nachfrage zusammenfinden. Makroökonomisch gesehen heißt das, wenn die Preise für Vollbeschäftigung sorgen.

Und in welchem Land (Deutschland oder Frankreich?) ist jetzt noch einmal die Arbeitslosigkeit seit 2005 gesunken und in welchem Land ist die Arbeitslosigkeit seit 2005 gestiegen? Ja, das kann Paul Krugman (der gerne schon mal Google Translate zur Hilfe nimmt) in meinem letzten Artikel nachlesen. Es ist ziemlich sicher: wenn deutsche Produkte im Preis genauso gestiegen wären wie französische, Deutschland hätte die Arbeitslosigkeit nicht reduzieren können.

Foto (von David Shankbone): Paul Krugman 2010

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Wer profitiert von der lockeren Geldpolitik? Die Reichen oder die Armen?

Eine interessante Frage und eine wichtige Frage. Leider wurde sie noch zu wenig erforscht und wir haben keine sichere Antwort. Das kann man zumindest in Johannes Pennekamps Beitrag für den Fazit-Blog nachlesen.

Nicht ganz unwichtig: Wenn die Geldpolitik tatsächlich große Verteilungswirkungen hätte (zu wessen Lasten auch immer), dann würde sie massiv allgemeinpolitische Probleme aufwerfen und dann könnte man sie nicht allein einer unabhängigen Zentralbank überlassen.

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Frankreich Deutschland Wirtschaftswachstum-crop

Anstieg der Arbeitslosigkeit: Frankreichs langer, langsamer Niedergang setzt sich fort

Es kommen auch weiterhin keine guten Nachrichten aus Frankreich. Nun wurde bekannt, dass die Arbeitslosigkeit im dritten Quartal um 0,3% auf 10,4% gestiegen ist. Überraschend sind allerdings nur die Stellen nach dem Komma. Denn schon seit 2006 fällt Frankreich wirtschaftlich immer weiter hinter Deutschland zurück. Ein Rückblick.

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Schweizer Nationalbank

Zur Schweizer Goldinitiative

Am 30. November stimmen die Schweizer über die Goldinitiative ab. Damit muss das Schweizer Volk eine Frage beurteilen, die wirtschaftswissenschaftliche Detailkenntnisse voraussetzt. Ich hoffe, die Schweizer folgen der überwältigenden Mehrheit der Ökonomen, die ein Nein zur Goldinitiative empfehlen.

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Rüdiger Bachmann – Ein deutscher Professor in den Vereinigten Staaten im Interview

FAZ-Redakteur Gerald Braunberger ist schon ziemlich in die Tiefe gegangen bei seinem Interview mit Rüdiger Bachmann. Bachmann singt ein Loblied auf die jungen empirisch arbeitenden Makroökonomen, Andererseits muss er aber auch mehrmals eingestehen, dass diese empirischen Arbeiten bisher nicht zu eindeutigen Ergebnissen und Handlungsempfehlungen geführt haben.

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Mittelaltermarkt in Deutschland

Konkurrenz durch den IS: Immer mehr Mittelalter-Schausteller geben auf

Dramatische Umsatzeinbrüche einer Traditionsbranche wegen Billigkonkurrenz aus Nahost. Die Betroffenen fordern nun Hilfe von der deutschen Politik.

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Vorurteile über Statistik

Mal eine gute Erläuterung, wie man mit Statistiken Meinung machen kann, und warum trotzdem Sprüche wie “Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe” nur die eigene Ignoranz offenlegen.

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BRD und DDR 1989

Helmut Kohl lag schon 1989 falsch

Zum Mauerfalljubiliäum gab es einige Aufregung, um ein Zitat von Helmut Kohl. Diese Debatte um den „Arsch des Propheten“ ermöglicht den Einstieg in eine weiterführende Diskussion, nämlich die über den Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher und politischer Entwicklung.

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