Wirtschaftswurm-Blog

Die Sache mit den Exportüberschüssen

Markus Diem Meier erklärt (noch mal) von Grund auf, warum Exportüberschüsse unsinnig sind:

Das sollte man sich auch noch mal vor dem Lesen folgender Meldung klar machen:

5 Kommentare

  1. Häschen sagt

    Man darf aber Deutschland nicht die Schuld geben. Denn Deutschland hat ein Risiko auf die eigene Kappe genommen und das BIP in der Eurozone hochgehalten – vs. einem noch heftigerem Rückgang – im Sinne von billiger Kaufen ist zumindest noch Umsatz, wenn schon nicht heimischer.

    Dass die gewährten Kredit nicht investiert wurden im Sinne von ‚Investition‘, wenn schon nicht etwas Wachsendes (außer dem Schuldenberg) in der Realwirtschaft oder zumindest in etwas dem mal eine Besicherung gegenübersteht ist ein anderes Thema.

    Nur für andere zu Produzieren und die Löhne niederzuhalten, das ist nicht schlau. Dann müsste die ganze Welt ein Währungsunion und Wirtschaftsraum – sprich Binnenmarkt sein. Das wäre dann eine Neue WirtschaftsOrdnung.

    Wäre aber lustig, könnten wir auf der 20 spurigen Seidenstraße die BMWs direkt auslieferen , respektive hinfahren – mit 300 Sachen auf der Seidenstraße nach China. Zurück kommen wir dann vollgepackt wie der Esel aber nicht mit Seide sondern mit Kunststoffteppichen… ist halt so auch nicht der Heuler.

  2. Arne Kuster sagt

    Die Hauptschuld trägt der Euro, der keine Aufwertung zulässt.

  3. Häschen sagt

    Danke Wirtschaftswurm. Es gilt ja auch für alle Beteiligten. Keiner verlangt von Südeuropa, dass es sich ändert und keiner von Deutschland.

    Änderung ist oft so eine Sache, wenn man in die Welt schaut – was bleibt vom Fortschritt? Eine Innovation in der Dekade. Ich denke es ist besser den Stillstand zu finanzieren. Das hört sich seltsam an. Wenn ich aber bedenke, oft wird von, ich nenne sie Investmentbanken, eine Subeffizienz in einem Markt festgestellt und behoben – letztendlich läuft die Subeffizienz darauf hinaus dem Bürger anstatt von Abgaben (Umlagen) das Geld, ohne dass derjene die Option auf Verzicht hätte, aus der Tasche zu ziehen.

    Peripherieländer haben wohl aufgewertet, aber es war eher der die Versorgung mit billigem Geld und der entstandene Boom der die Löhne trieb, aber auch nicht im Übermaß. Das ist eher das mittelalterliche System der Anglikaner in der Globalisierung – der Handwerksmeister und sein Team wandern von Grafschaft zu Grafschaft und errichten Prunktbauten, während die Landwirte ausgebeutet werden. Die Landwirte von damals sind halt heute vergleichbar mit dem Mittelstand. Bei solchen Freunden braucht man keine Feinde mehr.

    Die restliche Propaganda kann man getrost vergessen. Mit dem selben Argument kann man behaupten, das Brechen mit der Tradition der Siesta hätte Spanien in die Krise gestürzt. Der Herr Flassbeck vertritt da eine durchaus akzeptable Meinung. Der sagt, 2% Inflationsziel – jeder hält sich dran – und der Rest geht keinen anderen etwas an.

    Man kann in Spanien produzieren was man will, es kauft trotzdem keiner – nicht in der Breite hier. Export lebt vom Hauch des Unbekannten. Wenn alles verfügbar ist in beliebiger Menge ist das Leben nicht besser. Etwas Besonders nicht zu haben ist kein Mangel. Etwas an das man sich gewöhnt hat wohl oder es wird uninteressant.

    Ich kenne noch Menschen in Österreich die haben ihr Leben lang auf einen tollen Urlaub gespart. Mehr war nicht drinnen. Alles sich vom Mund abgespart für die Kinder. Das wird gerne vergessen. Die Zeiten des Wirtschaftswunders und danach. Aber das war auch schon besser als zuvor als 5 Leut auf 12 bsi 14 m2 wohnten usw …

    Heut wird 2mal bis 3mal in Urlaub gefahren und von Erholung keine Spur. Auf Wellness fahren, da man in der Arbeit vor lauter Meetings nicht zur Arbeit kommt. Das ist Fortschritt, das ist BIP.

  4. Naja,

    die ja richtige Herleitung von NX=S-I ist ja richtig, aber kaum was von dem, was her daraus ableitet (die Bulletpoints) leitet sich daraus ab. Die tautologischen Gleichungen der VGR sind keine Theorie, treffen keine empirischen Aussagen, können nicht falsch sein. Ich freu mich ja, dass sich langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass Exporte volkswirtschaftliche gesehen Kosten sind. Aber ein Nettoexporte haben nicht die Beschäftigungsimplikationen, die Herr Meier benennt. Nettoexport ist ein Konsumverzicht zugunsten späteren Konsums, der dann aus dem Ausland zu importieren ist. Exportüberschüsse sind dann rational, wenn sie sich später in Leistungsbilanzdefizite wandeln. Ein permanenter Exportüberschuss ist aber genauso irrational, wie es eine permanent ausgeglichene Leistungsbilanz ist! Warum sollte Deutschland nicht intertemporal optimieren? So kann eine alternde Gesellschaft seinen Konsum glätten.

    Was eher problematisch ist, ist das die Exportindustrie zu stark von politischer Nähe profitiert (Crony Capitalism in Form von Hermes etc.). Viel gewichtiger ist natürlich der Euro selbst, der eine Unterbewertung deutscher Produkte verursacht (unsere Terms of Trade verschlechtert). Wenn die Kommission also mit dem deutschen LB-Überschuss ein Problem hat, kann sie ja den Euro abschaffen.

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