Vermischtes

Flüchtlingskrise, Schwellenländerkrise, außerdem in der Krise: Lebensversicherungen und TTIP

Demonstrierende_Asylanten_in_Berlin_2013-10-15

Pessimismus und schlechte Nachrichten für ein trübes Herbstwochenende

Welkendes Weltwachstum

Die Bank Goldman Sachs rechnet mit einer dritten Welle der Finanzkrise. Die erste wurde bekanntlich durch den Kollaps des US-Immobilienmarkts ausgelöst, die zweite durch die Eurozone. Die nun kommende dritte Wellte soll von den Schwellenländern ausgehen. Mehr in

Versagen der EU

Frank Schimmelfennig, Professor an der ETH Zürich, sieht große Parallelen zwischen der Eurokrise und der Flüchtlingskrise. Beide Male wurde staatliche Souveränität aufgegeben, einmal die eigene Geldpolitik, einmal der eigene Grenzschutz, beide Male zugunsten von EU-Regelungen, die sich nicht als krisenfest herausgestellt haben. Schimmelpfennig spricht von „Schönwetterintegration“. Mehr in

Ich teile allerdings nicht Schimmelfennigs positive Bewertung, dass die EU während der Eurokrise große Schritte vorangekommen ist. Lösungsansätze wie die Euro-Rettungsschirme sind Erste-Hilfe-Maßnahmen auf Dauer. Sollte nun tatsächlich die Schwellenländerkrise kommen (siehe oben), wird die Eurokrise sofort auch wieder an der Tür anklopfen. Entsprechend skeptisch bin ich darum, was eine europäische Lösung der Flüchtlingskrise betrifft.

„Moderne“ Völkerwanderung

Norbert Berthold von der Universität Würzburg ist ein weiterer Ökonom, der sich zur Flüchtlingskrise zu Wort meldet. Er beschreibt das Dilemma des barmherzigen Samariters und hat Zweifel, dass sich die Aufnahme von Flüchtlingen langfristig rechnet. Der Mindestlohn ist für ihn auch ein Thema:

Der Zustrom an (anerkannten) Asylbewerbern wird schonungslos aufzeigen, wie unsinnig es war, einen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen.

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Garantiert beschissen? Über den Betrug mit Lebensversicherungen

Das Buch von Holger Balodis und Dagmar Hühne habe ich zwar nicht gelesen, doch schon die Buchbesprechung von Jens Berger ist lesenswert. Denn für die Kunden sind Lebensversicherungen meistens ein Desaster:

Interessant an Bergers Darstellung ist, wie ein Marktversagen (das man ohne Zweifel feststellen kann) durch Eingriffe der Politik nicht behoben, sondern noch verschlimmert wird.

TTIPs Untergang

Ich gehöre ja auch nicht zu den TTIP-Enthusiasten und habe hier im Blog schon mal den Unsinn mit den TTIP-Schiedsgerichten thematisiert. Insofern ganz interessant, dass ein ehemaliger Handelsdiplomat glaubt, dass TTIP nie Realität wird. Über die Gründe:

Das ist dann vielleicht sogar eine gute Nachricht für das trübe Herbstwochenende.

PS: Fast vergessen, diese Woche wurde in Italien die wichtige Senatsreform beschlossen. Eine weitere gute Nachricht und vielleicht Anlass mein Stück über Italien nachzulesen:

Geh nicht ohne Gruß, empfiehl bitte den Beitrag weiter!

Foto (von Fraktion Die Linke im Bundestag): Flüchtlinge in Deutschland

1 Kommentare

  1. Stefan Rapp sagt

    Eigentlich bedarf doch das Thema Asyl gerade auch eine ökonomische Analyse. Wenn eine Wertegemeinschaft bereit ist Ressourcen für die Unterstützung von Menschen aus anderen Nationen zu Verfügung zu stellen, der bedarf von Unterstützung aber weit größer ist als die Ressourcen der Hilfsbereitschaft der Menschen gegeben ist, ist es doch umso wichtiger das man diese Hilfsbereitschaft so effektiv wie möglich ausgestaltet. Einerseits damit so viele Menschen wie möglich davon profitieren können und das diese Hilfebereitschaft auch so angesetzt wird das sie eben nachhaltig ist und nicht zu einer Daueralimentierung führt, sondern das diese Ressourcen auch wieder frei für andere Bedürftige werden. Anders formuliert, wäre jetzt nicht ein guter Zeitpunkt Iniziiert von der EU die Gründe für Asyl grundsätzlich extrem einzuschränken im Gegenzug sich per Gesetz sich zu verpflichten die dadurch freiwerdenden Ressourcen dazu zu verwenden Global mehr und bessere Entwicklungshilfe zu leisten ?

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