Wirtschaftswurm-Blog

Wer hat die gläserne Decke eingezogen?

Wenn zur Zeit über die Frauenquote diskutiert wird, ist viel von der gläsernen Decke die Rede. Gemeint ist eine unsichtbare Hürde, die verhindert, dass Frauen in die oberste Konzernspitze aufsteigen. Was sind allerdings die Ursachen dieser Hürde und wer hat sie aufgestellt?

Für die meisten Frauen liegt die Erklärung auf der Hand: Männer behinderten und diskriminierten karrierewillige Frauen in den Unternehmen. Die Männer an der Spitze begünstigten Männer als Kollegen oder Nachfolger.

Für die Frauen ist diese Erklärung sehr bequem: Sie können alle Schuld von sich weisen und sich in ihrer klassischen Opferrolle suhlen. Das macht aber skeptisch gegenüber dieser Erklärung genauso wie ihre Parallele zu gängigen Verschwörungstheorien. Und in der Tat, um die gläserne Decke zu erklären, gibt es genug andere Ursachen, man braucht die Theorie von der „latenten“ Frauendiskriminierung nicht.

In einem Artikel für den Harvard Business Manager im März 2009 hat die Managementtrainerin Monika Henn bereits mehrere wissenschaftlich-statistisch belegte Gründe genannt, warum Frauen in den Spitzenpositionen eindeutig unterrepräsentiert sind. Das Problem – diese Gründe liegen meistens an den Frauen selbst:

  • Während Männer oft Konkurrenz und Wettbewerb lieben, scheuen Frauen häufig davor zurück. Dies konnte man experimentell nachweisen.
  • Frauen vernetzen sich bevorzugt mit hierarchisch gleich und niedrig gestellten Personen. Männer dagegen suchen häufiger Kontakte zu Höhergestellten und strategisch bedeutsamen Personen.

Hinzu kommt: Vielen Frauen fehlt der Ehrgeiz, bis in die höchsten Ränge aufzusteigen. Die Nachteile einer Karriere (angefangen von Neid und Missgunst bis zu Schwierigkeiten bei der persönlichen Partnerwahl) wiegen für sie schwerer. Schon die Studienfachwahl vieler Frauen ist wenig karriereorientiert.

Die gläserne Decke ist ein Werk der Frauen selbst.

2 Kommentare

  1. Una Bastet sagt

    Für Denkbehinderte:
    Frauen stehen also weniger auf Ellenbogenmentalität und Konkurrenzdenken. Alternativlos für die Evolution zu Bewusstsein hin, doch sowas von überholt, seit Selbiges sich bei Homo sapiens gebildet hat.
    Auch wählt „Sie“ ihre engeren Kontakte nach Symphatie aus, statt sich bei Mächtigeren anzubiedern. Wo bleibt da der gute traditionelle-patriarchalische Untertanengeist, der die Welt dorhin bringen half, wo sie heute ist? ([Fast] dort, wo die gehirngewaschenen DIN-männer ihren Herren Vorgesetzten hineinkriechen.)
    Ehrgeiz hat Frau auch zuwenig. Vielleicht entscheidet sie in Konsequenz weniger zu ihrem alleinigen Vorteil und mehr zum gleichzeitigen Wohl der Anderen, schlimmstenfalls blind ihrer Vernunft und humanitären/ökologischen Notwendigkeiten gehorchend. Gruselig, was?
    Ja, so eine Quote verdient Frau nicht auch noch für mangelnde Anpassung an hehre kapitalistische Werte. Erst anpassen (nach oben buckeln, nach unten treten), dann Chefin werden.

  2. Wirtschaftswurm sagt

    Je höher man steigt, desto härter wird es wahrscheinlich. Grundsätzlich haben aber Ellenbogenmentalität und fairer Wettbewerb nichts miteinander zu tun. Und darauf sollte man mehr achten. Wenn es nur nach der Ellenbogenmentalität ginge, darin stehen Frauen den Männern in nichts nach.

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