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„Die ersten drei Jahre Eurokrise“ bei Amazon erschienen

Mein E-Book „Die ersten drei Jahre Eurokrise – Gespiegelt durch 89 Blogbeiträge“ ist bereits bei Amazon als Kindle-Version verfügbar.

Wer also die Kindle-Version braucht, kann sie bekommen, wenn er oben auf das Bild oder auf folgenden Link klickt: „Die ersten drei Jahre Eurokrise – Gespiegelt durch 89 Blogbeiträge

Ich will jetzt nicht noch mal wiederholen, warum man sich das E-Book kaufen sollte, dazu lest meinen letzten Artikel.  Um euch jedoch weiter neugierig zu machen, hier die 12 Kapitel, in die ich die Blogbeiträge aus dem Wirtschaftswurm für das Buch geordnet habe:

  1. Ursachen und Ungleichgewichte
  2. Die Target-2-Salden
  3. Deutschland und der Euro
  4. Die Anleihekäufe der EZB
  5. Die Geld- und Zinspolitik der EZB
  6. Der Rettungsgalopp
  7. Euro-Rettungsschirme und Eurobonds
  8. Bankenrettungsschirme
  9. Der Zentralisierungswahn
  10. Schuldenschnitt und Vermögensabgabe
  11. Euroende – Warum?
  12. Euroende – Folgen und Vorgehensweise

Wer die Ausgabe als epub-Datei braucht, bekommt sie am besten direkt bei epubli.

PS: Bei iTunes hab ich das Buch inzwischen auch gefunden. Die ISBN ist übrigens 9783844248371.

Die ersten drei Jahre Eurokrise als E-Book

Es ist geschafft. Mein erstes E-Book ist veröffentlicht und man kann es ab sofort bei epubli erwerben. Titel: „Die ersten drei Jahre Eurokrise – Gespiegelt durch 89 Blogbeiträge„. In Kürze wird es auch bei Amazon und Apple erhältlich sein.

Und das ist das Titelblatt:

E-Book-Titel auf goldorange mit gekipptem Eurosymbol rechts unten

Titel und Untertitel sagen schon fast alles über den Inhalt. Die meisten Einträge aus dem Wirtschaftswurm zur Eurokrise findet ihr in dem E-Book wieder. Da stellt sich natürlich die Frage:

Warum sollte man ein Buch lesen, dessen einzelne Teile man auch im Internet finden kann?

Nun, zumindest im Falle meines E-Books habe ich sechs Gründe gefunden:

  1. Alle meine wichtigen Artikel zum Thema sind in diesem E-Book zusammengefasst. Ein paar nicht mehr aktuelle Artikel habe ich dagegen weggelassen. So erleichtert dieses E-Book, das Wesentliche zu finden.
  2. Die Artikel sind im Gegensatz zum Blog thematisch in zwölf Kapitel geordnet. Somit lassen sich besser Zusammenhänge erkennen und Entwicklungen nachverfolgen.
  3. Die Ein- und Überleitungen zu den einzelnen Artikeln habe ich neu geschrieben. Auch damit hoffe ich, die Zusammenhänge und Entwicklungen besser darzustellen. Man erkennt die Einfügungen an der kursiven Schrift.
  4. Wenn sich durch die Zusammenstellung der Einzelartikel inhaltliche Wiederholungen ergaben, habe ich diese gelöscht. Der Lesefluss wird damit interessanter.
  5. Wo sinnvoll, habe ich stilistische und inhaltliche Verbesserungen vorgenommen. Der Nutzen für euch versteht sich von selbst.
  6. Ein paar Artikel habe ich grundlegend aktualisiert. Die sind extra gekennzeichnet. Durch dieses E-Book können damit auch Stammleser meines Blogs ihr Wissen aktualisieren.

Das E-Book hat natürlich auch einen Nachteil. Es kostet 2,99 €. Aber dieser Nachteil für euch ist mein Vorteil.

PS: Auch die Version für den Kindle ist bereits bei Amazon erhältlich: Kindle-Version von „Die ersten drei Jahre Eurokrise“

Bevor wir überhaupt über Familienpolitik diskutieren können …

159 familienpolitische Leistungen des Staates gibt es. Etwa 200 Milliarden € werden dafür ausgegeben. Der größte Teil verpufft laut aktuellem „Spiegel“ wirkungslos. Aber was heißt Familienpolitik? Und wann ist Familienpolitik wirkungslos? Bevor wir überhaupt über Familienpolitik diskutieren können, müssen wir ihre Ziele klar bestimmen.

Frank Lübberding („Mit dem Pampers-Bomber zur effizienten Familienpolitik“) wildert im Spiegel-Bericht herum und erklärt, warum diese oder jene Leistung eigentlich gar keine Familienpolitik ist. Allgemeine Maßstäbe scheint er dabei nicht zu haben. Angesichts vielfältiger Überschneidungen ist die Abgrenzung der Familienpolitik tatsächlich nicht einfach. Aber die von Lübberding angeführte Witwenrente z.B. ist nicht deswegen keine Familienpolitik, weil sie Rentenpolitik ist. Sie ist eben beides.

Stefan Sasse meint in „Familienpolitik an den Pranger“, man könne trefflich darüber streiten, was in der Familienpolitik genau als effizient anzusehen sei. Doch anstatt dies zu machen, geht er zu Einzelfragen über. Ich bleibe dagegen lieber zunächst beim Grundsätzlichen. Um Effizienz zu beurteilen, muss man sich erst einmal über die Ziele im Klaren sein.

Klare Ziele findet man auch in der Bundesregierung nicht. Auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Familie und anderes bekommt man zumindest keine klaren Aussagen.

  • Zum demografischen Wandel heißt es lediglich: „Umso wichtiger ist es, diese Herausforderung anzugehen.“ Aha.
  • Unter dem Stichwort „Leistungen und Förderungen“ schreibt man zwar, dass die „Unterstützung und Hilfen für Familien zielorientiert ausgerichtet“ werden sollen. Zum Oberziel selbst findet man aber lediglich Folgendes: „Die Bundesregierung setzt … auf eine Familienpolitik, die den Zusammenhalt der Gesellschaft festigt.“ Aha.

Statt den demografischen Wandel „anzugehen“ und den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu „festigen“, möchte ich einmal ein konkretes und nachprüfbares Ziel für Familienpolitik vorschlagen. Dabei gehe ich davon aus, dass

  1. Stabilität ein wichtiger positiver Gesellschaftsfaktor ist und
  2. Stabilität eine konstante Bevölkerungszahl einschließt.

Eine stabile Bevölkerungszahl wird man aber dauerhaft nicht allein durch Einwanderung erreichen. Denn fast überall auf der Welt sinken die Geburtenraten, während die Zahl attraktiver Einwanderungsländer und damit konkurrierender Einwanderungsziele steigt. Der einzig sichere Weg zu einer stabilen Bevölkerungszahl ist genügend eigener Nachwuchs.

Es folgt ganz konkret als Ziel unserer Familienpolitik: Die Zahl der Geburten sollten wir möglichst bald auf durchschnittlich gut zwei pro Frau steigern. (Für Statistiker: Gemeint ist die Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer.)

Gegenwärtig liegt die statistisch ermittelte Fertilitätsrate bei nur 1,4.

Finale der Ökononomenblogparade zur Frauenquote

Die Frauenquote, ein heiß diskutiertes Thema. Das merkte man auch bei der Ökonomen-Blogparade. Sieben Beiträge von sechs Bloggern beschäftigten sich mit der Quote.

Ich beginne einmal ganz unhöflich mit meinem eigenen Beitrag, einem Vergleich zwischen der Forderung der Wirtschaftsfeministen nach Frauenquoten und nationalsozialistischen Forderungen nach „Lebensraum“. Tatsächlich konnte ich einige Parallelen zwischen beidem feststellen:

  • Es geht bei beiden um die Verteilung von Erwerbschancen nach Quoten.
  • Im Blickpunkt der Quoten steht nicht der individuelle Mensch, sondern seine Zugehörigkeit zu einem angenommenen Kollektiv (die beiden Geschlechter bei der Frauenquote, Rasse oder Nation beim Lebensraumgedanken).
  • Tatsächlich sind die Erwerbschancen, die verteilt werden, für die große Mehrheit der angeblich Begünstigten irrelevant. Das gilt für Vorstandsposten genauso wie für landwirtschaftlichen Grund und Boden.
  • Diese tatsächliche Irrelevanz wird durch ideologische Konstruktionen kaschiert. Hierzu gehört auch, dass man Menschen, die nicht in die Ideologie passen, an den Rand drängt. Bei den Wirtschaftsfeministen sind es die Hausfrauen, weil sie für sich eine Karriere ausschließen, bei den Nationalsozialisten sind es die Juden, weil sie (angeblich) nicht landwirtschaftlich arbeiten wollen.

Nun, der Wirtschaftsphilosoph verneint in seiner Erwiderung, Frauenquote und Lebensraumideologie hätten etwas gemeinsam. Aber da er meine Tatsachen nicht bestreitet, meint er wohl eher, die von mir festgestellten Parallelen seien rein zufällig und irrelevant.

Für den Wirtschaftsphilosoph spricht, dass die Wirtschaftsfeministen von den barbarischen Methoden, mit denen die Nationalsozialisten ihre Ideen umzusetzen versuchten, bisher weit entfernt sind. Und trotzdem mag mein Vergleich nicht ganz sinnlos sein. Ich prangere damit den Kollektivismus des Quotendenkens an und auch seine mangelnde Rechtsstaatlichkeit. Denn Rechtsstaatlichkeit beruht immer auf einer möglichst großen Würdigung der individuellen Umstände und damit auf dem Gegenteil von Kollektivismus. Mein Vergleich verdeutlicht zudem die Verengung des Wirtschaftsfeminismus auf das Lebensmodell Karriere und legt seine Intoleranz gegenüber abweichenden Wünschen und Vorstellungen bloß.

Dass viele Behauptungen von Quotenbefürwortern empirisch nicht haltbar sind, darauf weist Michael Klein in seinem Blogparaden-Beitrag hin. Das gilt etwa für die Vorstellung, Vorstands- oder Aufsichtsgremien mit Frauenquote würden bessere Entscheidungen fällen. Vor allem interessant sein Hinweis, dass bereits jetzt (ohne formale Frauenquote) die Frauen in Aufsichtsräten deutlich geringere Berufserfahrung und deutlich geringere Qualifikationen haben als ihre männlichen Kollegen. Falls jemand diskriminiert wird, dann müssen das folglich erfahrene, qualifizierte Männer sein.

Trotz einiger Bedenken hegt Chronokrator Sympathien für die Frauenquote. Seine beiden Hauptargumente finde ich allerdings bemerkenswert schwach. Wenn es nur darum geht, dass wir Frauen in leitenden Positionen als Vorbilder für andere Frauen brauchen, dann haben wir die bereits ohne Quote. Immerhin ist der Bundeskanzler im Moment eine Frau. Und warum brauchen wir Frauen, um Arbeitsplätze „frauenfreundlich“ zu gestalten? Männer sollten das genauso gut können.

„Der Hauptgrund, weshalb Frauen einen Nachteil bei der Suche eines Arbeitsplatzes und beim Aufstieg auf der Karriereleiter haben, ist nicht etwa das Frau-Sein. Es ist das Mutter-Sein beziehungsweise die Möglichkeit der Mutterwerdung.“

Das schreibt Maria Dorno in ihrem Beitrag im Theatrum Mundi. Sicherlich ist es eine ungerechte Diskriminierung, wenn Frauen, die nicht Mutter werden wollen, solche Ambitionen unterstellt werden. Von der Frauenquote, wie sie zur Zeit diskutiert wird, werden allerdings hauptsächlich nicht Mütter profitieren, sondern Frauen, die bewusst eigene Kinder zugunsten einer Karriere zurückgestellt haben. Überhaupt scheint mir nichts gewonnen, die eine Diskriminierung durch eine andere in Gestalt der Frauenquote zu ersetzen. Mehr Sympathien hege ich da für Mathias Taeges Vorschlag: anonymisierte Bewerbungen. Man sollte aber die Wirksamkeit dieses Instruments nicht überschätzen.

Warum ich Keynesianer hasse

Eine längst überfällige Abrechnung

Ich rede von diesen vulgärkeynesianischen Perverskeynesianern. Pervers im ursprünglichen lateinischen Wortsinne: „Perversio“ hieß nämlich bei den alten Römern so viel wie Verdrehung, Umkehrung. Keine Ahnung, wozu die Römer dieses Wort brauchten, denn zu ihrer Zeit gab es noch keine Keynesianer, erst recht keine Perverskeynesianer; aber egal, sie haben es trotzdem erfunden.

Perverskeynesianer sind widerlich vom gesamten Grunde ihres Denkens her. Und dieser Grund ihres Denkens heißt Makroökonomik. Makroökonomik, das ist die sinnfreie Beschäftigung mit vollkommen nichtssagenden Größen. Die bekannteste Kennziffer der Makroökonomen ist das Bruttoinlandsprodukt BIP. Dem BIP gilt die große, aber leider nicht erwiderte Liebe der Makroökonomen.

Nun, dieses komische BIP ist über die Jahre und Jahrzehnte gestiegen; selbst in Deutschland zwischen 2001 und 2011 um 11,5%. Den Deutschen geht es trotzdem nicht besser. Auch der Zusammenhang zwischen BIP und Arbeitslosigkeit ist nur lose. 0,5 % jährliches Wachstum mehr oder weniger machen sich in der Arbeitslosenstatistik nicht bemerkbar.

Der Bundestag denkt nun darüber nach, das BIP durch andere Kennziffern zu ergänzen. So etwas würde einem Keynesianer natürlich nie einfallen. Undenkbar für eine Forschungsrichtung, in der 60 Jahre alte Lehrbücher noch immer die besten sind.

Den Mangel an neuen Ideen kompensieren Keynesianer durch Größenwahn. Nichts zeigt das besser als das 60er-Jahre-Wort „Globalsteuerung“. Für Keynesianer ist es immer noch aktuell. Aber jede Rezession zeigt erneut: Das Auf und Ab der Wirtschaft lässt sich nicht steuern. Wir müssen stattdessen mit Rezessionen leben lernen, sie auch sozial abfedern. Gegen Sturmfluten bauen wir auch Deiche, anstatt mit Windmaschinen gegen sie anzublasen.

Der ganze Keynesianismus führte nur zu völlig perversen Erwartungen. Bezeichnend z. B. die hysterische Diskussion auf Fox News, nachdem bekannt wurde, dass die US-Wirtschaft im dritten Quartal 2012 um 2 % auf Jahresbasis gewachsen war. Angeblich ein völlig unzureichendes Wachstum, tatsächlich aber gut über dem Durchschnitt der USA in den letzten zehn Jahren.

Richtig ekelhaft wurden die Perverskeynesianer aber erst im Zuge der Eurokrise. Vorher gaben die Keynesianer zumindest noch vor, für den kleinen Mann zu kämpfen. Mehr Kaufkraft für die Unter- und Mittelschicht, dann brumme die Wirtschaft, so war das Motto.

Natürlich spielten die Keynesianer niemals Robin Hood. Kein Keynesianer wollte jemals den Reichen nehmen, um den Armen zu geben. Die Idee war eher, dass sich das Mehr an Kaufkraft später aus dem Wirtschaftswachstum bezahlen ließe. Wenn’s funktioniert hätte, ein ökonomisches Perpetuum Mobile.

Wie häufig bei Ideen: Ihr Nicht-Funktionieren mindert nicht ihre Attraktivität. Keynesianismus war einfach zu angenehm für Salonlinke mit gut gefülltem Weinkeller – in der Mehrzahl übrigens Männer, die gemerkt hatten, dass ein paar Sprüche über die schreckliche Armut in der Welt bei manchen Frauen besser ankommen als Brüderle-Anmache.

Aber selbst damit ist es jetzt vorbei. Nun kämpfen Keynesianer nicht mehr für den kleinen Mann, sondern für die Banken. Denn die Banken gelten nun als systemrelevant, nicht mehr die Massenkaufkraft. Die ersten Perverskeynesianer sind vermutlich schon dabei, einen Banken-Multiplikator zu berechnen. Um wie viel Prozent wächst bzw. schrumpft die Wirtschaft, wenn die Bilanzsumme der Deutschen Bank um 1 Prozent wächst bzw. schrumpft? Beim Links-Sein stört das scheinbar nicht.

Gut, dass John Maynard Keynes das nicht mehr erleben muss.

Geh nicht ohne Gruß, empfiehl bitte den Beitrag weiter!

„Ökonomen live“ heute mit dem Thema Bankenunion

Dirk Elsner, Patrick Bernau, Eric Bonse und ich diskutieren heute Abend per Google-Hangout über die Bankenunion. Die Videokonferenz könnt ihr ab 20 Uhr live mitverfolgen.

Hier der Link zum Video:

Was ist die Bankenunion? Warum brauchen wir sie überhaupt? Was sind die Vor- und Nachteile einer gemeinsamen Bankenregulierung? Was sollte man mit gescheiterten Banken machen? Müssen der ESM oder andere öffentliche Fonds einspringen? Wie viel wird uns die Bankenunion kosten? Beendet die Bankenunion die Eurokrise? Um diese und weitere Fragen wird es heute Abend gehen.

Wie auch bei den vorangegangenen Sendungen von „Ökonomen live“ könnt ihr via Twitter mitmachen. Kennzeichnet eure Tweets mit Fragen und Anmerkungen zum Thema bitte mit #Ökonomenlive. Hashtag also: #Ökonomenlive. Wir werden versuchen, möglichst viele Tweets aufzugreifen.

Japan, die Europäische Zentralbank und der Währungskrieg

Shinzo Abe, der japanische Premier, wird beschuldigt, einen Währungskrieg anzuzetteln. Dabei will Japan jetzt nur eine ähnliche Geldpolitik wie die Europäische Zentralbank betreiben.

In einer gemeinsamen Erklärung von japanischer Notenbank und japanischer Regierung heißt es zunächst lediglich, dass die Notenbank fortan ein Inflationsziel von 2 % verfolgen soll. Das ist mehr als vorher. Da lag das Inflationsziel bei 1 %. Andererseits ist der Unterschied zum Inflationsziel der Europäischen Zentralbank minimal. Die EZB hat ihr Inflationsziel mit „unter aber nahe 2 %“ festgelegt. Wenn Japans Inflationsziel Währungskrieg bedeutet, dann betreibt die EZB ihn schon lange.

Logo und Schriftzug der Bank von Japan

Logo mit Schriftzug der japanischen Notenbank auf ihrer Internetpräsenz

Mehr als auf das Ziel kommt es aber auf die Mittel an. Laut Süddeutsche hat die japanische Notenbank erklärt: „sie werde unbegrenzt Geld in die Märkte pumpen. Sie will Staatsanleihen kaufen, Unternehmensanleihen und auch Aktien.“

Wirft die japanische Notenbank nun die Druckerpressen an und kauft mit dem neu geschaffenen Geld alles an den Börsen auf, egal zu welchem Preis? – Das wäre natürlich Wahnsinn, ist aber tatsächlich keineswegs geplant. Was die Süddeutsche meint, ist nämlich nicht unbegrenzt, sondern unbefristet. (Und das sollte sie dann beim nächsten Mal auch schreiben.)

Die Bank of Japan nennt nämlich sehr wohl Grenzen ihres Ankaufprogramms: Ab 2014 (wenn ihr augenblickliches Ankaufprogramm ausgelaufen ist) sollen monatlich Wertpapiere im Wert von 13 Billionen Yen erworben werden (etwa 11 Milliarden €).

Ohne Limit darf nur einer agieren: Mario Draghi mit seiner EZB. Für seinen Kauf von Anleihen von Krisenstaaten soll es zwar Bedingungen geben (ein von den europäischen Partnern abgesegnetes Sparprogramm), aber eben keine Obergrenze. Da fragt sich, wer hier einen Währungskrieg führt.

Folgendes mag man nun einwenden: Intern verfolgen die Japaner das Ziel ihre Währung Yen abzuwerten und so ihre Exporte anzukurbeln. So muss man zumindest die Äußerungen einiger japanischer Politiker deuten. Für die europäische Politik spielt dagegen der Wechselkurs keine bedeutende Rolle.

Macht das einen Unterschied? – Nein, denn die Geldpolitik der EZB führt natürlich genauso zu einer relativen Schwächung des Euros wie die Geldpolitik der Bank of Japan zu einer relativen Schwächung des Yens führt. Gleiche Mittel – gleiches Ergebnis.

Nur für Wolfgang Schäuble besteht da anscheinend ein Riesenunterschied. Während er der EZB öffentlich sein Vertrauen ausspricht, zeigt er sich über die japanische Politik besorgt. Misst da jemand mit zweierlei Maß?

Vorsicht! Es wird weiter an der Bankenunion gewerkelt

Die Beschlüsse der EU-Granden zu einer gemeinsamen Bankenaufsicht sind nun schon mehr als einen Monat alt und seitdem hat man wenig Neues zum Thema gehört. Man lasse sich davon aber nicht täuschen. Die EU-Kommission bastelt weiter an der europäischen Bankenunion. Denn die Bankenaufsicht ist nur die halbe Bankenunion. Der zweite Teil soll aus einem gemeinsamen Fonds bestehen, aus dem strauchelnde Banken rekapitalisiert werden können.

Dabei ist schon Teil 1 problematisch. Die Bankenaufsicht soll nämlich unter dem Dach der EZB erfolgen. Die EZB ist jedoch durch ihre geldpolitischen Operationen Geschäftspartner der Geschäftsbanken. Das birgt Interessenkonflikte. Am deutlichsten hat das ifo-Chef Hans-Werner Sinn formuliert:

Wenn die EZB nun vor der Entscheidung steht, eine private Bank für bankrott zu erklären, abzuwickeln und ihre eigenen Kreditforderungen gegenüber dieser Bank abzuschreiben oder aber die Bank für sanierungsfähig zu erklären, um ihr damit den Zugang zu ESM-Mitteln zu verschaffen, ist klar, wie sie sich entscheidet. Das ist, als ob man dem Verkäufer einer Schrottkarre das Recht gibt, seinem Auto selbst die TÜV-Plakette zu erteilen.

Sicherlich ist es richtig, zu verhindern, dass sich Staaten auch in Zukunft durch laxe Regulierung und Kontrolle zum attraktiven Bankenstandort machen. Dafür hätte es allerdings gereicht, gemeinsame Mindeststandards zur Bankenaufsicht zu formulieren und eine Kontrolle der nationalen Bankenaufsichten einzurichten. Die nun beschlossene gemeinsame Bankenaufsicht ist dagegen nur sinnvoll als Vorbereitung für den gemeinsamen Bankenrettungsfonds. Mit ihr ergänzt man die gemeinsamen Haftung wenigstens durch eine gemeinsame Kontrolle.

dreieckiges Warnschild mit Hinweis: Vorsicht! Explosionsgefahr!

Warnschild für die europäsiche Bankenunion

Die Beträge, um die es bei der Bankenhilfe geht, sind allerdings immens. Die Aktiva aller Banken in der Eurozone, für die man notfalls einstehen will, erreichten 2012 die enorme Summe von 33,9 Billionen €, das entspricht dem mehr als 3 1/2-fachen des BIPs der Eurozone.

Auch das Risiko scheint immens. In Japan betragen die Bankaktiva nur 174 % des BIPs, in den USA sogar nur 78 % (Zahlen von 2011). Da gibt es also ein enormes Schrumpfungspotenzial in Europa.

Warum nur will man trotzdem die gemeinsame Haftung und riskiert damit einen Staatsbankrott aller Eurostaaten?

Die Antwort: Wir stecken schon viel zu tief drin. Stichwort Target-Falle. Über das Targetsystem der EZB stützen wir das Banksystem in den Krisenstaaten mit frisch gedrucktem Geld und über den Euro-Rettungsschirm ESM stützen wir die durch Bankenrettungen bedrohten Staatshaushalt der Krisenstaaten. Da mag es aus deutscher bzw. nordeuropäischer Sicht eine Option sein, die Bankenhaftung direkt zu übernehmen und dafür zumindest auch bei der Bankenaufsicht ein Wörtchen mitzureden.

Wenn man sich da mal nicht verrechnet hat! Denn Deutschland wird die größte Last der gemeinsamen Bankenhaftung tragen. In der Studie von openeurope zur Bankenunion wird vorgerechnet, was gewesen wäre, wenn es bereits seit 2008 eine Bankenunion gegeben hätte. Hätte eine EU-Bankenunion bereits während der Finanzkrise bestanden, wären auf Deutschland 1 Billion € an Garantien und Kapitalspritzen für Banken entfallen. So aber hat Deutschland „nur“ 600 Milliarden € an Garantien und Kapitalspritzen übernommen.

Da ist es kein Trost, dass die Bundesregierung erreicht hat, dass nur die 150-200 größten Banken Gegenstand der Bankenunion werden. Denn auf die 200 größten Banken entfallen laut Wolfgang Hartmann 95 % aller Aktiva.

Auch von der Idee, dass der Bankensektor irgendwann einmal selbst die Lasten aus dem Bankenrettungsfonds trägt, sollte man sich nicht täuschen lassen. Augenblicklich schielt man auf die Gelder des ESM. Ist die Praxis, dass der ESM Banken rettet, jedoch einmal etabliert, wird man nachträglich kaum eine nennenswerte Bankenbeteiligung an Rettungsmaßnahmen aushandeln können.

Zum Thema Bankenunion: „Ökonomen live“ am Dienstag, den 29.1 um 20 Uhr

Übrigens, auch die Bankenunion sieht Olaf Storbeck (Reuters/ Economics Intelligence) wieder einmal ganz anders als ich. Anlass genug für ein neues „Ökonomen live“ mit ihm, Dirk Elsner vom Blicklog und mir, dieses Mal zum Thema Bankenunion. Termin ist Dienstag, der 29.1. Ihr könnt euch die Liveübertragung der Videokonferenz ab 20 Uhr über meinen Youtube-Kanal (Wirtschaftswurm Arne Kuster) anschauen. Ich werde das Video zusätzlich hier in das Blog einbetten und zu diesem Zweck am Dienstag einen eigenen Beitrag eröffnen.

PS: Besetzungsänderung

Aus familiären Gründen kann Olaf Storbeck nicht Dienstag an „Ökonomen live“ teilnehmen. Aber wir haben dafür zwei sehr interessante Gäste:

  • Patrick Bernau, Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Blogger bei Fazit
  • Eric Bonse, freier Journalist in Brüssel und der Kopf hinter dem Blog Lost in EUrope

Flughafen Berlin Brandenburg: Ist Effizienz ein Modell von gestern?

Angesichts des Desasters um den Bau des Flughafens Berlin Brandenburg schreibt Frank Lübberding im Blog „wiesaussieht“: „Technokratische Effizienz ist ein Modell von gestern.“ Aber stimmt das wirklich?

Luftbild Flughafen Berlin-Brandenburg, Terminal, Rollfeld, Startbahn

Luftbild des Flughafens Berlin Brandenburg

Lübberding zumindest plädiert für mehr Gelassenheit im Umgang mit Milliardenmehrkosten und Jahre dauernden Verzögerungen bei Großprojekten wie Berlin Brandenburg, Stuttgart 21 oder der Hamburger Elbphilarmonie. Gelassenheit zumindest dann, wenn das ständige Herumschrauben am Projekt seiner Legitimation beim Souverän, dem Volk, dient.

Nun – sollte Lübberding mit seiner Effizienz-These recht haben, hätte sich der größte Teil der Wirtschaftswissenschaften erledigt und ich könnte auch dieses Blog dicht machen. Denn die Wirtschaftswissenschaften beschäftigen sich im Kern lediglich mit den zwei Fragen:

  1. Wie werden Güter effizient verwendet?
  2. Wie werden Güter verteilt?

Es bliebe also nur noch die Verteilungsfrage übrig.

Aber was heißt Effizienz genau? Oder anders gefragt: Wann ist Effizienz erreicht? – Zwei Prinzipien müssen dazu erfüllt sein:

  1. Bei gegebenen Mitteln muss das bestmögliche Ziel erreicht werden und
  2. bei gegebenem Ziel muss dieses mit minimalen Mitteln erreicht werden.

Effizienz und Effektivität werden gerne verwechselt. Man sollte jedoch beides unterscheiden. Effektivität bemisst sich lediglich am Zielerreichungsgrad. Effektiv ist man, wenn man sein Ziel 100-prozentig verwirklicht. Effektivität kann aber völlig ineffizient sein, wenn man dafür unverhältnismäßig viele Mittel einsetzt. Im Übrigen war nie die deutsche Effizienz sprichwörtlich, wie Olaf Storbeck in einem Kommentar zum „airport mess“ meint; berühmt waren die Deutschen eher für ihre Effektivität, dafür, alles 100-prozentig zu machen.

Effektivität ist dann wichtig, wenn das Problem eines der Art „ganz oder gar nicht“ ist. So ist es nutzlos, wenn die Feuerwehr einen Brand zu 99 % löscht. Entweder sie löscht den Brand ganz oder eben gar nicht, und darauf, möglichst wenig Wasser zu verbrauchen, kommt es dabei nicht an.

Effizienz ist aber wichtig, wenn die Mittel knapp sind. Die Verteilungsfrage, die zweite Frage der Wirtschaftswissenschaften, wird ebenso erst bei knappen Gütern relevant. Nicht umsonst definiert man Ökonomik häufig als Lehre vom Umgang mit knappen Gütern. Über Güter, die nicht knapp sind, braucht man sich keine wirtschaftlichen Gedanken zu machen. Es ist für alles und für alle immer genügend da.

Knapp sind zunächst zweierlei:

  • natürliche Ressourcen (Rohstoffe, Land, Senken für schädliche Stoffe)
  • Zeit, vor allem die menschliche Arbeitszeit

Die Knappheit aller anderen Güter gründet letztlich auf diesen beiden Knappheiten. Das ist heute noch genauso wie vor 1000 Jahren! Damit ist allerdings auch Effizienz kein Modell von gestern, gerade nicht bei enorme Mittel verschlingenden Großprojekten wie dem Flughafen Berlin Brandenburg.

Somit ist Frank Lübberding vollkommen widerlegt. Die Wirtschaftswissenschaften können weitermachen.

Vielleicht hat Lübberding aber doch irgendwie recht

Schauen wir uns die beiden Effizienzprinzipien noch einmal an:

  1. Bei gegebenen Mitteln muss das bestmögliche Ziel erreicht werden und
  2. bei gegebenem Ziel muss dieses mit minimalen Mitteln erreicht werden.

Voraussetzung, um Effizienz zu bestimmen, ist demnach, dass Klarheit über das bestmögliche Ziel bzw. das gegebenen Ziel herrscht. Bei vielen Großprojekten wie dem Flughafen Berlin Brandenburg scheint das aber nicht der Fall zu sein. Wir haben es eher mit einer wabernden und im Laufe der Zeit wandernden Zielwolke zu tun. Bei Berlin Brandenburg betrifft das zum Beispiel das zu bewältigende Passagieraufkommen. Das betrifft aber auch die Fragen, wie viel Lärmschutz und wie viel Brandschutz notwendig sind.

Die Zielwolke wabert aufgrund der Vielzahl der Beteiligten mit unterschiedlichen Interessen. Und sie wandert schon allein, weil sich Meinungen im Laufe der langen Projektdauer ändern.

Eine wabernde und wandernde Zielwolke bedeutet für das Ziel der Effizienz eine Herausforderung. Effizienz nur in Hinblick auf die jeweils gerade aktuelle Form der Zielwolke ist nämlich ineffizient. Nur flexible Lösungen sind nachhaltig effizient.

Das Kriterium der Effizienz selbst wird durch eine sich laufend verändernde Zielwolke aber nicht erschüttert. Es ist ja viel grundsätzlicher in der Knappheit der Güter selbst verankert.

Es ist aber auch Sache der Köpfe ganz oben (zum Beispiel im Aufsichtsrat) unnötiges Wabern und Wandern der Zielwolke zu verhindern. Hier darf bei Klaus Wowereit nachgehakt werden. Man muss die Effizienz auf den Zielfindungsprozess selbst ausdehnen.

Falsche Prognosen des IWFs – Was folgt?

Der Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds Oliver Blanchard hat in einer Studie eingestanden, dass der IWF die schädliche Wirkung von Sparprogrammen in Südeuropa auf die Wirtschaft unterschätzt hat. Was nun?

Die Diskussion, die auch Jens Berger von den Nachdenkseiten aufgreift, geht konkret um den keynesianischen Multiplikator. Der beschreibt, wie stark die Wirtschaftsleistung eines Landes einbricht, wenn der Staat seine Ausgaben kürzt oder seine Steuern erhöht, aber auch, wie stark die Wirtschaftsleistung eines Landes steigt, wenn der Staat die Ausgaben ausweitet oder die Steuern senkt.

Oliver Blanchard, Chefvolkswirt des IWFs, 2008

Oliver Blanchard, Chefvolkswirt des IWFs

IWF-Chefvolkswirt Blanchard hat nun noch einmal nachgerechnet und kommt zu dem Schluss, dass man zu Anfang der Eurokrise (im Frühjahr 2010) den Multiplikator für die Krisenländer zu klein geschätzt hat. Das bedeutet auch, dass man die negativen Folgen für die Wirtschaft, die die eingeschlagene Austeritätspolitik mit Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen hat, unterschätzte.

Sicherlich ein gefundenes Fressen für Keynesianer. Und sicherlich kann man durch den Fehler auch erklären, warum die Wirtschaftsprognosen, z.B. für Griechenland, in der Vergangenheit immer viel zu günstig waren.

Wenn Fabian Lindner im Herdentrieb aber behauptet, der IWF habe wider besseren Wissens gehandelt, dann bleibt er den Beleg schuldig. Es mag ja sein, dass der IWF vor 2003 den Multiplikator ebenfalls zu klein geschätzt hat und sich dann korrigieren musste. Aber 2003 ist nicht 2010 oder 2013.

Der keynesianische Multiplikator wird davon beeinflusst, ob gerade Boom oder Rezession herrscht, welche konkreten staatlichen Ausgaben oder Steuern gekürzt bzw. erhöht werden, und nicht zuletzt hängt er davon ab, welchen Zeithorizont man betrachtet. Der keynesianische Multiplikator schwankt mit Zeit und Ort, ändert sich mit den Umständen, und es wäre darum geradezu fahrlässig gewesen, die Erkenntnisse aus 2003 einfach fortzuschreiben.

Und auch Jens Berger liegt falsch. Denn wenn ein so zentrales Fundament keynesianischer Konjunkturpolitik so stark schwankt und sich so schwer schätzen lässt wie der keynesianische Multiplikator, dann, ja dann ist das ein Argument nicht Pro, sondern Kontra keynesianische Konjunkturprogramme.

Die Eine-Billion-Dollar-Münze

Die Idee, US-Staatsschulden von der FED mit einer Eine-Billion-Dollar-Münze zurückzukaufen, hat wenig mit einer Defizitfinanzierung durch Geldschöpfung zu tun, sehr viel dagegen mit einem Schuldenschnitt.

Vorderfront, US-Prägeanstalt in Philadelphia

Prägeanstalt für Dollarmünzen in Philadelphia: Kann hier die Lösung für die Probleme mit der Schuldenobergrenze herkommen? Foto: StarrGazr

Laut Stephan Ewald tauchte die Idee erstmals 2010 in einem Kommentar zu einem US-Blog auf. Der US-Finanzminister soll demnach eine Platinmünze mit dem Nennwert 1.000.000.000.000 Dollar prägen lassen. Mit dieser Münze kann er dann von der US-Zentralbank FED gehaltene Schuldpapiere des amerikanischen Staates zurückkaufen. Die USA wären so auf einen Schlag 1 Billion ihrer 16,4 Billionen $ Schulden los.

Nun wird die scheinbar bizarre Idee auch von amerikanischen Politikern ernsthaft diskutiert. Bei der Beurteilung sollte man allerdings zweierlei nicht vergessen:

1. Die Eine-Billion-Dollar-Münze soll ein politisches Problem lösen, kein ökonomisches.

Das politische Problem besteht im Streit zwischen Republikanern und Demokraten um die US-Schuldenobergrenze. Diese Obergrenze, da stimme ich dem Wirtschaftsphilosophen zu, ist mindestens genauso absurd wie die Eine-Billion-Dollar-Münze. Der US-Kongress hat mit dem Haushaltsgesetz hohe Ausgaben und niedrige Einnahmen beschlossen. Nun droht er aber damit, die Erhöhung der Schulden abzulehnen, die notwendig ist, um seine eigenen Beschlüsse durchzuführen. Das ist kollektive Schizophrenie der (republikanischen) Abgeordneten des US-Kongresses.

Mit der Platinmünze kann die US-Regierung den Kongress umgehen. Die Machtverhältnisse verschöben sich. Und das wäre der wichtigste Effekt der Eine-Billion-Dollar-Münze. Wenn der Kongress danach die Schuldenobergrenze aufgeben würde, hätte die Münze ihren Zweck erfüllt.

2. Die Eine-Billion-Dollar-Münze ist kein Geld im ökonomischen Sinne.

Meiner Meinung nach haben sich das Makrointelligenz und Stephan Ewald in ihren Blogs nicht genügend klar gemacht, genausowenig diejenigen, die Inflation als Folge fürchten. Denn zwar ist die Supermünze gesetzliches Zahlungsmittel, aber praktisch kann höchstens die FED dazu gewungen werden, sie als solches anzunehmen. (Und auch das scheint mir juristisch noch nicht geklärt.) Man würde mit der Münze weder im Supermarkt bezahlen können, noch würde man damit Apple (Marktwert nur um die 600 Milliarden $) kaufen können. Sollte es trotzdem jemand versuchen, scheiterte er spätestens vor Gericht. Denn unabhängig vom konkreten Wortlaut der amerikanischen Gesetze würde kein Richter jemanden in die Insolvenz treiben,  indem er ihn verpflichtete, das „Wechselgeld“ für die Eine-Billion-Dollar-Münze zu beschaffen.

Die Platinmünze müsste in den dunklen Tresoren der FED bleiben. Bestenfalls würde sie in einem Museum ausgestellt. Die Menge umlaufenden Geldes würde aber durch sie nicht erhöht und damit droht (zunächst) auch keine Inflation.

Letztlich ist die Bezahlung der Schulden mit einer Eine-Billion-Dollar-Münze nichts anderes als ein Schuldenschnitt. Es ist die Streichung der Schulden durch einen rein symbolischen Bezahlvorgang. Wie ein Schuldenschnitt muss die Maßnahme darum auch volkswirtschaftlich analysiert werden.

Die Inflationsgefahr aber hat die FED bereits dadurch geschaffen, dass sie neues Geld für ihren Ankauf von US-Staatsanleihen ausgegeben hat. Denn dabei handelte es sich um Dollars, die auch tatsächlich als Zahlungsmittel benutzt werden und nun zirkulieren. Inflationsgefahren könnten auch nach der Prägung der Platinmünze entstehen, wenn die US-Regierung durch den gelungenen Trick dazu verleitet würde, ihr Haushaltsdefizit nicht abzubauen.