Alle Artikel in: Wirtschaftswurm-Blog

Deutschland 2030

Nettes Bild, das ich da auf Facebook gefunden habe … Passend dazu kann man noch einmal nachlesen: Die Griechenlandisierung unseres Kontinents Europa Anmerken muss man aber, dass beim „Vorreiter“ Griechenland die sichtbare Infrastruktur (noch) tipptopp ist (dank EU-Geldern). Marode sind die politischen Strukturen.Geh nicht ohne Gruß, empfiehl bitte den Beitrag weiter!

35 Milliarden Euro Lehrgeld

35 Milliarden Euro überflüssiges Lehrgeld zahlten die Europäer, weil sie es verpassten, bei der Bankenrettung die Gläubiger der Banken angemessen zu beteiligen. Das ist zumindest das Ergebnis einer von der Grünen-Fraktion in Auftrag gegebenen Studie. Süddeutsche.de berichtet. Vorschläge, wie man es besser hätte machen können, gab es dabei genug. Auch hier im Blog habe ich darüber eine Artikelserie geschrieben: Muss Bankenrettung immer teuer sein

Preissturz beim Gold: War es eine Blase?

Zwei starke Kursrutsche im April und im Juni diesen Jahres ließen Goldanleger zittern. Waren die hohen Goldpreise eine Spekulationsblase, wie auch FAZ-Mann Patrick Bernau glaubt? Und wenn ja, geht der Kursrutsch weiter? Um es gleich vorweg zu sagen: Eine sichere Diagnose einer aktiven Spekulationsblase hat bislang weder die Wissenschaft noch die Praxis entwickelt. Zu diesem ernüchternden Ergebnis führte auch die letzte Blogparade der Wirtschaftsblogs, die dem Thema Spekulationsblase gewidmet war. Das Problem liegt an der Bestimmung des inneren Werts oder Fundamentalwertes. Kennt man den inneren Wert, kann man auch sagen, ob der Marktpreis darüber oder darunter liegt, und also, ob eine Spekulationsblase vorliegt. Der Fundamentalwert einer Anlage seinerseits hängt aber von ihren zukünftigen Erträgen (Zinsen, Dividenden usw.) ab. Damit fließen unsichere Zukunftsprognosen, aufbauend auf zum Teil subjektiven Erwartungen, in jede Bestimmung des Fundamentalwerts ein. Es gibt also keinen objektiven Fundamentalwert. (Ähnlich auch Patrick Seabird.) Nur Gold mag eine Ausnahme sein. Gold in Form von Münzen oder Barren erbringt weder Zinsen noch Dividenden. Das ist objektiv. Der Fundamentalwert von Gold ist damit 0. So gesehen befinden …

Entwicklungen im deutschen Warenhandel 2000-2011 – Teil 2: Die Spaltung Europas

Nimmt man das Saldo der Leistungsbilanz als Kriterium, kann man die europäischen Staaten in drei verschiedene Blöcke einteilen. Und der deutsche Warenhandel mit diesen drei Blöcken entwickelte sich in den vergangenen Jahren ganz unterschiedlich. (Dies ist übrigens der zweite Teil eines Artikels. Den ersten findet man unter: Teil 1 – Der Bedeutungsverlust Europas.) Das von der Bertelsmann-Stiftung entwickelte interaktive Online-Tool Gedviz erlaubt, Staaten nach bestimmten Kennzahlen zu sortieren. Für Visualisierung 1 habe ich mal die europäischen Staaten im Uhrzeigersinn nach dem Saldo der Leistungsbilanz im Jahr 2007 geordnet. Macht man das für verschiedene Jahre, erkennt man schnell, dass es in Europa einen stabilen Block an Ländern gibt, die fast jedes Jahr Leistungsbilanzüberschüsse produzieren. Das sind die skandinavischen Länder, die Beneluxländer sowie die deutschsprachigen Länder. Alle anderen Länder weisen dagegen fast immer ein Leistungsbilanzdefizit auf. Es gibt eine Ausnahme: Frankreich. Frankreich hatte 2000-2005 einen Überschuss, wechselte dann aber auf die Defizitseite. Vielleicht entwickelt sich auch Estland zu einer Ausnahme. Nachdem es bis 2008 immer ein Minus in der Leistungsbilanz hatte, erzielte es 2009-2011 ein Plus. Die …

Entwicklungen im deutschen Warenhandel 2000-2011 – Teil 1: Der Bedeutungsverlust Europas

Die Bertelsmann-Stiftung hat ein neues, frei zugängliches, interaktives Online-Tool entwickelt, das sie GEDVIZ nennt. Man kann damit sehr schön nachvollziehen, wie sich Austauschbeziehungen zwischen den Ländern verändern. Ich habe es mal benutzt, um einige interessante Entwicklungen im deutschen Warenhandel in den Jahren 2000-2011 aufzuzeigen. Die Bedeutung Europas Insgesamt kann man die Warenhandelsströme zwischen 46 Staaten mit GEDVIZ analysieren und visualisieren. Einbezogen sind alle OECD-Staaten, alle EU-Staaten sowie die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China. Bisher sind Daten für die Jahre 2000-2011 in GEDVIZ verfügbar. Das ermöglicht schon einmal einen Vergleich der Entwicklungen vor und nach der Zäsur, die die Finanzkrise 2008 bedeutete. Meine erste Frage, die GEDVIZ beantworten sollte, war: Wie hat sich die Bedeutung Europas als Herkunftsregion deutscher Einfuhren und Zielregion deutscher Ausfuhren zwischen 2000 und 2011 entwickelt? Die Antwort liefert Präsentation 1 mit sechs Folien. Zwischen den Folien kann man übrigens unten links hin- und herschalten. Beim Überfahren einzelner Elemente mit der Maus werden zusätzliche Infos angezeigt. Im Jahr 2000 hatte der deutsche Warenexport in die 45 anderen Länder des Datensatzes einen Wert …

Der Wirtschaftswurm im zweiten Quartal

Ein Quartal ist gerade wieder zuende gegangen. Anlass, sich meine Blogstatistiken bei Google Analytics anzuschauen. In den Monaten April, Mai und Juni hatte der Wirtschaftswurm 34.291 Seitenaufrufe. Das sind 28% mehr als im ersten Quartal 2013 und das ist der beste Wert überhaupt seit Bestehen des Wirtschaftswurms. Die Zahl der Besuche lag bei 24.708 und damit sogar 32,2% höher als im Vorquartal. Neben der Startseite wurden folgende zehn Seiten am häufigsten aufgerufen: Wirtschaftswachstum mal langfristig (Für diesen Artikel aus 2010 gibt es jedoch schon längst eine Aktualisierung: Wirtschaftswachstum mal langfristig 2001-2011) Geordneter Ausstieg aus der Eurozone? – Die wirtschaftliche Seite (Eine Analyse des wichtigsten Programmpunkts der neuen Partei AfD) Ungleiche Vermögensverteilung in der Eurozone und seltsame Argumente (Über eine Studie der EZB, nach der z.B. Griechen mehr Vermögen haben als Deutsche) Griechenlands angeblicher Aufschwung Die EZB will das Bundesverfassungsgericht für dumm verkaufen Konsequenzen eines Excel-Fehlers „Geordneter“ Ausstieg aus der Eurozone? – Die politische Seite Fernbusse: Das Dilemma der Marktliberalisierung Miese Arbeitsbedingungen in Bangladesch – die Lösungsangebote von Jauchs Talkshowgästen auf dem Prüfstand Doch keine Gefahren …

Ökonomenblogparade ÖBP: Ursachen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands

Wie entsteht internationale Wettbewerbsfähigkeit? Oder um mit Michael Porter zu fragen: „Warum haben einige Länder im internationalen Wettbewerb Erfolg, und warum scheitern andere?“ Mich interessieren diese Fragen speziell am Beispiel Deutschland und darum möchte ich eine Blogparade zum Thema starten. Meine Frage an alle Wirtschafts- und Finanzblogger lautet also: Was ist die Ursache der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands? Ist es Hartz-IV, der Euro oder das deutsche Bildungssystem? Liegt es am deutschen Fleiß, an einer klugen Politik, guter Infrastruktur oder ist es historischen Umständen geschuldet? Bitte schreibt zu diesem Thema einen Beitrag in eurem Blog und verlinkt den hier in den Kommentaren zu diesem Artikel. Alle Beiträge, die bis zum 31.7 veröffentlicht werden, werde ich dann Anfang August hier im Blog im Finale der Blogparade besprechen. Auch wer der Meinung ist, Deutschland sei gar nicht so wettbewerbsfähig, kann natürlich an der Blogparade teilnehmen; der schreibt dann bitte über die Ursachen der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Ein bisschen Theorie Internationale Wettbewerbsfähigkeit ist ein immer wieder heftig diskutiertes Thema. Angesichts der Tatsache, dass heutzutage unsere Volkswirtschaften stark vom internationalen Handel …

Abstimmung für den Smeil 2013

Die Börsenseite von Christian Drastil vergibt einen Preis, den Smeil 2013, für den besten Finanzblogger. Auch der Wirtschaftswurm wurde dafür nominiert. Im Gegensatz zum Comdirect-Preis für Finanzblogger dürfen hier auch Leser abstimmen. Das macht’s natürlich für einen Blog wie den Wirtschaftswurm, das auch mal Themen abseits des Massengeschmacks aufgreift, nicht einfach. Aber unterstützt einfach dieses Blog, votet für den Wirtschaftswurm! Abstimmen kann man noch bis zum 28. Juni 0:00 Uhr auf http://www.christian-drastil.com/smeil/vote. Vielen Dank!

Ein Jahrzehnt der Aktien?

Die Comdirect-Bank hatte für gestern Abend acht Journalisten, einen Blogger und Bert Rürup zu einem „Kamingespräch“ nach Frankfurt eingeladen. Das Thema der Runde war „Die Deutschen und die Angst vor Wertpapieren“. Der Blogger in der Runde war ich. Warum der bekannte ehemalige Wirtschaftsweise Rürup eingeladen war, wurde schnell klar. Rürup glaubt nämlich daran, dass wir uns in einem „Jahrzehnt der Aktien“ befinden und das ist natürlich eine Botschaft, die bei den Leuten von der Comdirect, einer Bank, die einen Großteil des Geschäfts mit Aktienanlegern macht, gut ankommt. Rürup sieht auch die Börsenturbulenzen der letzten Tage lediglich als „overshooting“, als Übertreibung. Die Sorge der Märkte vor einem Ende der Niedrigzinspolitik hält er für unbegründet. Die Ankündigung des Chefs der amerikanischen Zentralbank Ben Bernanke, bald kein neues Geld mehr für den Ankauf von US-Staatsanleihen zu schaffen, sei nicht als grundsätzliche Abkehr von der Politik des billigen Geldes zu verstehen. Für Bert Rürup ist klar, dass schon allein deshalb die Zinsen nicht nur in Amerika niedrig bleiben werden, weil die Politik darauf angewiesen ist. Die Staatsschuldenkrise lasse sich …

Nachtrag zur Europäischen Gurkenverordnung

Muss die Geschichte darüber, wie Brüsseler Bürokraten die Krümmung von Salatgurken regeln, neu geschrieben werden? Florian Kolf hat im Handelsblog unter der Überschrift „Bequemer Sündenbock EU“ nichts Geringeres vor, als einen Mythos umzuschreiben, nämlich den Mythos über die Verordnung Nr. 1677/88 EWG. Das ist die berühmt-berüchtigte Europäische Gurkenverordnung. Okay, was vielleicht noch nicht alle mitbekommen haben, die Europäische Gurkenverordnung gibt es tatsächlich nicht mehr. Am 1. Juli 2009 wurde sie außer Kraft gesetzt. Sie ist als Beispiel für den Irrsinn der Brüsseler Bürokratie veraltet. Doch immerhin war sie 20 ½ Jahre in Kraft, nämlich seit Anfang 1989. Somit taugt sie weiterhin als Beispiel für Brüsseler Starrsinn und eine markante Behäbigkeit im Lernen. „Initiator der Gurkenverordnung war nämlich nicht Brüssel, sondern der Gemüsehandel“, schreibt Florian Kolf. – Wieso dies die Brüsseler Verhältnisse in irgendeiner Weise entschuldigen kann, entzieht sich mir allerdings. Vielmehr zeigt sich hier der große Einfluss von Lobbyisten in Brüssel. „Die Händler wünschten sich die Standardgurke, um sie besser verpacken und transportieren zu können“, so Kolf. – Es zählen eben in Brüssel die Interessen …

Doch keine Gefahren durch die Anleihekäufe der EZB?

In einem Beitrag für das englische Magazin Vox behaupten die Ökonomen Paul De Grauwe und Yuemei Ji, Anleihekäufe der EZB im Rahmen des OMT-Programms seien zum Vorteil des deutschen Steuerzahlers. Können wir uns also beruhigt zurücklegen und unsere Angst, für die Eurokrise mit Steuererhöungen und Inflation bezahlen zu müssen, aufgeben? Zumindest in einem Punkt haben De Grauwe und Ji recht. Für eine Zentralbank gelten andere Spielregeln als für eine private Bank oder ein privates Unternehmen: Eine Zentralbank kann nie insolvent werden. Eine Zentralbank hat immer genügend Geld, einfach weil es dieses Geld selbst herstellt. Daher muss es für eine Zentralbank auch keine Rolle spielen, ob sie noch Eigenkapital in ihren Büchern ausweist. Nur Privatunternehmen müssen spätestens dann als insolvent gelten, wenn ihr ausgewiesenes Eigenkapital unter 0 sinkt. Die Schlussfolgerung, die De Grauwe und Ji für das OMT-Programm der EZB ziehen, ist allerdings kühn: Es brauche die Zentralbank gar nicht zu kümmern, wenn ein Staat, dessenen Anleihen sie gekauft habe, z.B. Griechenland, pleite gehe. Und wenn es die Zentralbank nicht kümmern muss, muss es auch ihre Eigentümer …