Wirtschaftswurm-Blog

Faule Kredite bedrohen Banken

Die Leistungsbilanzen der südeuropäischen Staaten mögen sich gebessert haben, in den Bankbilanzen der Südeuropa schlummert aber noch so manche Gefahr:

Allerdings muss man zum FAZ-Artikel anmerken, dass nicht nur ein Blick auf die Aktivseite der Bilanz genügt, also auf die faulen Kredite, man muss auch schauen, wie viel Banken-Eigenkapital dem auf der Passivseite entgegensteht.

7 Kommentare

  1. popper sagt

    Die Leistungsbilanzen haben sich verbessert, ja, aber doch nur, weil selbst bei gleichbleibendem Export und den sinkenden Importen durch Reallohnsenkungen von ca. 30% die Leistungsbilanz sich spiegelbildlich verändert. Denn tatsächlich legte die Warenausfuhr Griechenlands vergleichsweise wenig zu. Die Wareneinfuhren sanken 2013 im Vergleich zu 2008 um 54%. Von gestiegener Wettbewerbsfähigkeit, wie der Mainstream immer wieder orakelt, kann überhaupt keine Rede sein. Auch zeigt sich in Griechenland, dass die neoklassische Arbeitsmarkttheorie, bei Senkung der Reallöhne erhöhe sich die Beschäftigung, krachend widerlegt ist. Da die Preise dort bis 2013 nicht gesunken, sondern sogar noch gestiegen sind. Es soll ja einen Basar-Ökonomen in Deutschland geben, der noch mehr Reallohnsenkung in Griechenland fordert, obwohl die realen Daten der griechischen Volkswirtschaft seinen ökonomischen Unfug deutlich werden lassen und die ganze Absurdität der Austeritätspolitik ad absurdum führen. Letzteres trifft im Übrigen auf alle Südländer zu.

  2. Pingback: Nullzinsen sind auch in der aktuellen Phase nicht alternativlos | Wirtschaftswurm

  3. „tatsächlich legte die Warenausfuhr Griechenlands vergleichsweise wenig zu.“ – Kein Widerspruch. Man kann preislich wettbewerbsfähig sein und trotzdem arm. Darum ist preisliche Wettbewerbsfähigkeit nicht alles, aber die Grundvoraussetzung für alles Weitere.
    „Auch zeigt sich in Griechenland, dass die neoklassische Arbeitsmarkttheorie, bei Senkung der Reallöhne erhöhe sich die Beschäftigung, krachend widerlegt ist.“ – Nee, ist nicht widerlegt, denn die gilt ja „ceteris paribus“.

  4. popper sagt

    …Ne, ist nicht widerlegt, denn die gilt ja „ceteris paribus“…

    Der Hinweis am Schluss, lieber Arne, ist ein Paradebeispiel dafür, dass der Neoliberalismus sich nicht empirisch an seinem Stuss messen lässt, den er in seinen Modellen verzapft. Er, d.h. seine Apologeten, versuchen beharrlich, ihr Modell gegen jede Art von Falsifikation zu immunisieren, was wirtschaftstheoretisch eine Bankrotterklärung ersten Ranges ist, weil man sich immer wieder flugs auf die Argumentationslinie zurückzieht, die Ceteris-Paribus-Klausel sei eben nicht erfüllt, wenn die Vorhersage einer Theorie (hier Arbeitsmarkttheorie) mit der Realität nicht übereinstimmt. Die Problematik liegt eben nicht in der unvollkommenen Umsetzung neoklassischer Theorien, sondern vielmehr darin, dass durch permanente Infiltration es zu sich selbsterfüllenden Prophezeiungen kommt, weil über die Jahre immer mehr Wirtschaftsliberalismus zu immer mehr falschen Überzeugungen geführt haben, der nicht mehr in der Lage oder bereit ist, sich selbst zu hinterfragen.

  5. Vielen Dank für den Beitrag und die Meinungen zu den faulen Krediten in den Bilanzen. Da fragt man sich echt, wer denn da noch den Überblick behält. Das Problem ist vermutlich auch, dass selbst wenn die Banken wissen, welches Kredite nicht gedeckt sind, dies nicht mitteilen um daraus einen Vorteil zu ziehen.

  6. popper sagt

    @Arne Kuster
    …danke für den Link. Dem Artikel kann ich einiges abgewinnen. Wenn du allerdings damit die These von der Erhöhung der Beschäftigung durch Reallohnsenkung belegen willst (Artikelschluss) dann muss ich dich enttäuschen. Der deutsche Arbeitsmarkt reagierte in die Breite, d.h. die Arbeit wurde umverteilt. es gab mehr Jobs für die gleichen Arbeitsstunden. Die Prekarisierung erhöhte nicht die Arbeit, sondern verlagerte die vorhandenen auf mehr Schultern. Ich möchte das hier nicht ausweiten. Würde man die Statistik der Bundesagentur so erstellen, wie sie Mitte der neunziger Jahre erstellt wurde, würde man feststellen, wir haben heute noch genau so viele „Arbeitslose“ oder sogar noch mehr als damals. Allein die Aufsplittung in immer mehr Zählkreise zeigt doch, wie erbärmlich und verlogen das ganze Prozedere geworden ist.

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