Wirtschaftswurm-Blog

Gibt’s eigentlich etwas Neues aus den BRIC-Staaten?

China 59,65, Brasilien 14,6%, Indien 11,7%, Russland 14,1%

In den letzten Wochen waren die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China mit Währungsturbulenzen in den Schlagzeilen. Die Chancen stehen jedoch nicht schlecht, dass das Ganze voerst ein „Ministurm“ (Roubini) bleibt.

Im letzten Sommer  hatte ich ja bemerkt, dass der angebliche Wachstumseinbruch in Brasilien und Indien in Wirklichkeit eine Erholung ist, die nur sehr viel schwächer als frühere Konjunkturerholungen ausfällt („Missverständnisse über die BRIC-Staaten„). Das hat sich auch bewahrheitet. In Brasilien stieg das Wachstum auf 2,3% 2013 von 1,0% 2012, in Indien auf 4,4% nach 3,2% 2012. In China blieb das Wachstum konstant bei 7,7%, nur Russland verzeichnete einen echten Einbruch (1,5% nach 3,4%).

Aber wie geht’s jetzt weiter? Die aktuellen offiziellen Prognosen des IWFs sind keinesfalls dramatisch. Danach bleibt das Wachstum 2014 in Brasilien und China weitgehend konstant, während Indien sich weiter erholt und in Russland ein langsamer Umschwung zum Besseren stattfindet.

China: 7,7%, 7,7%, 7,5%; Brasilien: 1,0%, 2,3%, 2,3%; Russland: 3,4%, 1,5%, 2,0%; Indien: 3,2%, 4,4%, 5,4%

Wirtschaftswachstum in den BRIC-Staaten 2012-14 laut IWF

Die jüngsten Turbulenzen auf den Devisenmärkten sind jedoch in diesen Zahlen noch nicht verarbeitet. Ein erneuter Abschwung erscheint möglich.

Nun konnte der Werteverfall der Landeswährungen durch Eingriffe der Zentralbanken beendet werden. Der Kurs der indischen Rupie ist aktuell sogar 0,4% höher als vor vier Wochen (Schlusskurs 4.2 gegenüber Schlusskurs 7.1) und der brasilianische Real verzeichnet nur noch einen leichten Verlust von 0,8%. Für die Wirtschaft problematisch sind allerdings die vorgenommenen Zinserhöhungen.

In Russland verzichtete man bisher auf Zinserhöhungen der Zentralbank und so musste der Rubel 4,6% abwerten. Ob dies der bessere Weg ist, wird die Zukunft zeigen.

Nun spricht selbst der Ökonom Nouriel Roubini, manchmal als Dr. Doom verspottet, von einem Ministurm und hält die Gefahr einer ausgewachsenen Währungs-, Staatsschulden- und Bankenkrise für gering. Andererseits weist Roubini auf weitere makroökonomischen Gefahren hin. Dazu zählen die negativen Leistungsbilanzen in Brasilien und Indien und vor allem eine Kreditblase in China.

Wohl und Wehe der Weltwirtschaft wird sich wohl in China entscheiden. Chinas BIP macht 60% des BIPs der vier BRIC-Staaten aus:

China 59,65, Brasilien 14,6%, Indien 11,7%, Russland 14,1%

Anteil am BIP der 4 BRIC-Staaten 2013

4 Kommentare

  1. Erich sagt

    Ein größeres Problem erwartet wohl die spanischen Banken (Santander etwa), die stark in Südamerika investiert sind. Da werden wohl jede Menge Kredite faul, eine weitere fehlende Billion ist da wohl schon in Aussicht.

  2. Häschen sagt

    In der Realwirtschaft denke ich ist Südamerika an sich gut am Weg und die Auslandschulden wurden abgebaut. Wie es kurzfristig in der Real Wirtschaft zugeht bei der die schnelle Mark im Vordergrund steht, das wissen die Götter.

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