Schlagwort-Archiv: Grexit

Parthenon Ausschnitt

Sechs Gründe, warum der Grexit so schwer durchzusetzen ist

Wieso doktert die Eurogruppe nun schon seit mehr als fünf Jahren am kranken Mann Griechenland herum? Wieso wird weiterhin an einer völlig erfolglosen aber mit horrenden Kosten verbundenen Therapie festgehalten? Wieso gab es noch keinen Grexit? Sechs Gründe.

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Akropolis in Athen

Wie der Grexit abläuft

Heute haben es die europäischen Staats- und Regierungschefs wieder einmal in der Hand. Der Grexit, der Austritt Griechenlands aus der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion, könnte beginnen. Wie würde es weitergehen, wenn die Staats- und Regierungschefs heute oder wahrscheinlich morgen, früh in der Nacht im Streit um die griechischen Schulden auseinandergingen?

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Akropolis in Athen

So wird es kommen: Neuer Kuhhandel statt Euroaustritt Griechenlands

Neues Jahr – alte Themen. Ein Euroaustritt Griechenlands – kurz Grexit – gilt wieder als wahrscheinlich. Tatsächlich gibt es allerdings selbst nach einem möglichen Wahlsieg der griechischen Linken Spielraum für einen Kuhhandel, der den Grexit umgeht.

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Wie man die Eurozone verlässt: Der Ablauf und die erforderlichen Maßnahmen

Wenn ein schwacher Staat wie Griechenland aus der Eurozone austritt, erfordert das zweierlei. Man muss die Einführung einer neuen Währung und gleichzeitig ihre Abwertung managen. Der mit dem „Wolfson Economics Prize“ ausgezeichnete Bootle-Plan (vgl. auch: Wie man die Eurozone verlässt – Grundlagen) legt dafür ein Konzept vor.

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Soll Griechenland nur halb aus dem Euro raus?

Thomas Mayer, Noch-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, hat mit seinem „Geuro“-Vorschlag viel Aufmerksamkeit in den Medien bekommen. Aber wie kann die von ihm Geuro genannte zweite Währung parallel zum Euro in Griechenland funktionieren? Und kann sie Griechenland überhaupt helfen?

Die Grundidee des Geuros wie des nun „Grexit“ genannten Ausstiegs Griechenlands aus der Eurozone, ist gleich: Kann die griechische Wirtschaft ihre Kosten (insbesondere auch die Löhne) in einer schwachen, einheimischen Währung bezahlen, wird sie schnell international wettbewerbsfähig. Der Vorteil der bloßen Parallelwährung liegt in der Einführungsphase, die sich Thomas Mayer relativ einfach vorstellt.

Der Deutschbanker geht von einem Szenario aus, in dem Griechenland seine Sparverpflichtungen aufkündigt und danach keine Gelder mehr aus Europa und vom IWF erhält, um seine normalen Ausgaben zu bestreiten. Mangels Euros würde der griechische Staat seine Angestellten und Auftragnehmer dann mit neu ausgegebenen Geuros bezahlen – und zwar ein Geuro für ein Euro. Der griechische Staat verspricht zudem, irgendwann die Geuros wieder in richtige Euros umzutauschen. (Glauben wird das natürlich eh keiner.)

Mayer geht davon aus, dass die Geuros sich als Parallelwährung etablieren werden. Er rechnet aber auch damit, dass sie schnell um 50% abwerten werden. Ein Widerspruch, denn solange der Wechselkurs nicht stabil ist, wird keiner das neue Geld haben wollen. Und hat sich der Wechselkurs später bei z.B. 0,5€ eingependelt, werden natürlich die Geuro-Preise doppelt so hoch angesetzt wie die Euro-Preise. (Wenn Händler überhaupt bereits sind, den Aufwand für zwei Währungen zu tragen.) Wollen Privatunternehmen dann ihre Beschäftigten in Geuros statt Euros bezahlen, wird das Konflikte geben.

Das Hauptproblem der Geuro-Idee liegt aber woanders: Euro-Guthaben wie Euro-Schulden sollen laut Mayer nicht umgestellt werden. Was im Sinne der Griechen ist, die Angst um ihr Erspartes haben, wird für die meisten griechischen Unternehmen ein Problem. Wie soll ein Kleinunternehmer seinen Schuldendienst in teuren Euros leisten können, wenn er hauptsächlich Geuros einnimmt?

Den absehbaren Kollaps eines Teils der griechischen Wirtschaft sieht Mayer allerdings nur durch den Blickwinkel der Banken: „Abschreibungen auf Kredite an private Haushalte und Unternehmen, die nunmehr vor allem abgewertete Geuros einnehmen, würden den Kapitalausfall verschärfen.“ Darum sollen die griechischen Banken durch vom europäischen Steuerzahler finanzierte „Bad Banks“ entlastet werden.

Man merkt so langsam, dass Mayers Idee hauptsächlich dazu dient, Verluste bei den Banken (in und außerhalb Griechenlands) zu vermeiden. Während alle anderen sich mit schwachen Geuros zufrieden geben sollen, bleiben die Forderungen der Banken in teuren Euros bestehen.

Die auftretenden Lücken sollen gefälligst die Euro-Rettungsschirme schließen. Letzteres gilt natürlich nicht nur für Forderungsausfälle bei Privaten, auch die Forderungen an den griechischen Staat sollen durch sie gesichert bleiben. Denn die Gelder aus dem Euro-Rettungsschirm sollen Griechenland nicht gänzlich gestrichen werden, nur insoweit, als sie zur Finanzierung des Primärdefizits dienen. Die Gelder für den Schuldendienst sollen weiterhin fließen – auf ein nur dafür verwendbares Treuhandkonto.

Blogger Wirtschaftsphilosoph hat erkannt, wohin das Parallelwährungssystem führen muss: „… die griechischen Schulden werden dann noch unbezahlbarer als ohnehin schon.“ Ohne Schuldenschnitt, insbesondere bei den Staatsschulden, funktioniert eine Zweitwährung ebenso wenig wie ein vollständiger Euro-Austritt. Da fragt sich, wo dann der Vorteil bleibt.