Morgen wird der Bundestag wieder einmal über neue Griechenlandhilfen abstimmen. Es wird beschämend sein, sich die Sitzung anzuschauen. Das Spektakel wird dem Respekt vor den politischen Institutionen Deutschlands schaden.
Neueste Artikel
Kommt die Google-Planwirtschaft?
Die Frage, ob man mithilfe von Big Data eine funktionierende Planwirtschaft aufbauen kann, war die Frage meines letzten Artikels. Aktuell bezieht sich die Frage nicht nur auf mögliche staatliche Planer, sondern auch auf das, was Google, Facebook und andere Internetmonopolisten leisten könnten. Durchaus vorstellbar, dass die Rechner, mit denen bald die Planwirtschaft gesteuert wird, nicht dem Staat gehören, sondern Google.
Hans-Jörg Naumer hat meiner Meinung nach noch einmal ganz gut analysiert, worauf die Macht der Internetmonopolisten beruht:
Bei den vorgeschlagenen Gegenmaßnahmen bleibt er für mein Gefühl allerdings zu konventionell, um wirksam zu sein.
Friedrich August von Hayek und Big Data
1945 schrieb Friedrich August von Hayek einen seiner bekanntesten Essays, seitdem häufig zitiert und noch mehr gefeiert: „The Use of Knowledge in Society“. Heute, 70 Jahre später, muss man allerdings ernsthaft fragen, ob die Argumente, mit denen von Hayek die Überlegenheit einer dezentralen Marktwirtschaft begründete, nicht durch die modernen Möglichkeiten, gigantische Datensammlungen anzulegen, veraltet sind.
Warum ist der Ölpreis so stark gefallen?
Der drastische Sturz des Ölpreises von über 100 $ je Fass auf unter 50 $ ist meiner Ansicht nach ein wirtschaftliches Mysterium, nur schwer ohne Verschwörungstheorie zu erklären. Gerald Braunberger versucht es zumindest im Fazit-Blog:
Demnach hatten die Ölunternehmen aufgrund ihrer hohen Verschuldung hatten gar nicht die Wahl auf den Preisverfall mit einer Verknappung des Angebots zu reagieren. Ganz im Gegenteil mussten sie zum Ausgleich für gesunkene Preise die Fördermenge ausweiten. Und das ließ den Preis weiter abstürzen.
Ich denke, in einer ähnlichen Zwickmühle stecken Öl fördernde Krisenstaaten wie Venezuela.
Daten gegen Dienstleistung: die neue Weltwährung
Von Timm Hendrich für Netzsieger GmbH
Zu den Währungen, mit denen der weltweite Handel arbeitet, zählen inzwischen nicht nur Dollar oder Euro. Die möglicherweise wichtigste globale Währung ist inzwischen die digitale Datennutzung. Es sind die Profile der Unternehmen über das Konsumverhalten ihrer Kunden aber auch das Wissen der Käuferschaft über das Angebot an Waren und Dienstleistungen, die der Markt bereithält.
Rainer Hank (FAZ) zu TTIP
Ich kann Rainer Hank nur voll zustimmen. Eine Sondergerichtsbarkeit für internationale Konzerne ist unnötig und beschneidet den Staat in seinen Kernaufgaben. Mit dem eigentlich positiven Freihandel hat ein solcher Investorenschutz auch nichts mehr zu tun.
Die Deutschen, Griechenland, Tsipras und der Schuldenschnitt
Aus den widersprüchlichen Signalen, die Athen, Berlin und Brüssel senden, wird man gegenwärtig noch nicht schlau. Besser also, sich noch einmal mit ein paar Hintergründen rund um den möglichen Schuldenschnitt zu beschäftigen.
Drei Vergleiche, um die Geldschwemme der EZB zu beurteilen
Die Zahlen sind raus: 60 Milliarden Euro monatlich, 1.140 Milliarden über den gesamten Zeitraum von März 2015 bis September 2016. Und eine Verlängerung will Draghi nicht ausschließen. Aber wie ist diese riesige Summe einzuschätzen? – Drei relevante Vergleiche.
IWF-Prognosen: Eine unerwartete Anwendung für das Gesetz der Schwerkraft
Seit Isaac Newton wissen wir, dass das Gesetz der Schwerkraft für Äpfel gilt, die vom Baum fallen, für Steine, die wir hochwerfen, und selbst für Himmelskörper. Andere Anwendungsgebiete der Schwerkraft wurden jedoch erstaunlicherweise bis heute übersehen. So findet man weder in physikalischen noch in volkswirtschaftlichen Lehrbüchern einen Satz darüber, dass auch die Wachstumsprognosen des Internationalen Währungsfonds IWF der Schwerkraft unterliegen. Denn alle drei Monate, wenn der IWF seine Vorhersagen aktualisiert, sacken die Zahlen nach unten.
SNB-Entscheidung: Warum so und warum gerade jetzt?
Die Schweizerische Nationalbank SNB hat den Mindestkurs von 1,20 Franken für den Euro aufgegeben. Eine Misstrauenserklärung an Mario Draghi, die EZB und den Euro.
Muss Griechenland aus dem Euro raus, wenn Tsipras seine Pläne durchsetzt?
Stellt Griechenland seinen Schuldendienst ein, bedeutet das noch lange nicht, dass es aus der Eurozone raus muss. Letztlich wird es wohl wieder an Mario Draghi hängen und ob er (endlich) den Daumen über Griechenland senkt.






