Wirtschaftswurm-Blog

Daten gegen Dienstleistung: die neue Weltwährung

Von Timm Hendrich für Netzsieger GmbH

Zu den Währungen, mit denen der weltweite Handel arbeitet, zählen inzwischen nicht nur Dollar oder Euro. Die möglicherweise wichtigste globale Währung ist inzwischen die digitale Datennutzung. Es sind die Profile der Unternehmen über das Konsumverhalten ihrer Kunden aber auch das Wissen der Käuferschaft über das Angebot an Waren und Dienstleistungen, die der Markt bereithält.

Das Internet versuche, menschliches Denken nachzubilden, schreibt die Süddeutsche Zeitung (SZ) in „Data für Milliarden“ am 17. Dezember 2014. So erkläre sich, dass dem Hinweis „das könnte Ihnen auch gefallen“ schnell sehr präzise Kaufempfehlungen folgen, die den Wünschen des Kunden entsprechen, der online auf Shoppingtour war. Denn gerade die Social Networks werten die Daten ihrer Nutzer recht weitgehend aus. Längst geht es nämlich nicht nur darum, welche Produkte oder Dienstleistungen der Besucher eines Onlineshops tatsächlich in den Warenkorb packt. Sein gesamtes Surfverhalten im Internet ist Gegenstand der Analyse: Wo war der Besucher einer Seite wie lange? Welche Links verfolgte er? Welche Tipps und Ratgeberartikel auf der Seite klickte er an?

„Wer die Daten hat, hat auch die Macht“, schreibt Wolfgang Martin in der Computerwoche vom 29.01.2015. So sind die Kundenprofile mindestens genauso wichtig wie das, was der Kunde kauft. Denn mit diesen Daten – und gerade junge Menschen geben gedankenlos ganz viele, private Dinge von sich preis – lässt sich gezielt Werbung platzieren. Martin vergleicht die Umwälzung der Welt durch Big Data mit den globalen Veränderungen nach der Erfindung der Dampfmaschine. Sie führte zu einer neuen Weltordnung – nicht nur wirtschaftlich. Treffender wäre gewesen, er hätte die Folgen der Digitalisierung durch Social Networks, Clouds, GPS und mobile Kommunikationssysteme mit der Erfindung der Buchdruckkunst verglichen. Denn hierbei handelte es sich ebenfalls um eine Revolution in der Informationstechnologie, die eine neue, gänzlich andere Welt erschuf.

Schon längst sind Kundendaten und ihre zielgenaue Verwertung nicht mehr nur Handwerkszeug der Unternehmen. Nein, sie erweitern das Angebotsportfolio, die Produktpalette. Jedes Unternehmen kann sich unabhängig von der Größe jede beliebige Datenmenge und Rechnerleistung kaufen oder leasen über Clouds.

Der Kunde „verkauft“ sein Nutzerverhalten, Unternehmen wie Google oder Facebook bezahlen dafür mit Dienstleistungen. Die Währungen, in denen dieser Austausch stattfindet, heißen nicht mehr Dollar oder Euro, sondern Daten. Die so entstehende Verschmelzung zwischen realer und virtueller Welt ebnet im Übrigen nicht nur die Unterschiede zwischen großen und kleinen Unternehmen ein, sondern auch die zwischen Anbietern und Verbrauchern. Die Digitalisierung macht die Welt transparent, jeder Mensch kann jederzeit und überall Preis und Qualität von Waren und Dienstleistungen vergleichen.

Doch inzwischen warnen kundige Beobachter auch schon vor einer Überbewertung der Online-Welt. Nicolas Clasen zum Beispiel stellt in „Meedia“ vom 26.01.2015 die gigantischen Reichweiten von Google und Facebook kritisch auf den Prüfstand. Sie erzeugten viel Traffic aber wenig Gewinn. Die Medien, in denen Branding stattfinde, mit denen Marken geschaffen würden, seien immer noch Printprodukte und Fernsehen.

Wer heute digital nicht präsent ist, kann kaum noch am Leben teilnehmen. Entscheidend aber ist die Frage: Wer bekommt welche Daten und welche Verschlüsselungen gibt es für das, was nur wenige, ganz bestimmte Menschen wissen sollen? Interne Firmendaten und private Dinge dürfen nicht unverschlüsselt ins weltweite Netz gehen. Die Tools dafür sind auf dem Markt und auch bezahlbar. Die Internetplattform Netzsieger testete Verschlüsselungssoftware und setzte Steganos Safe 16 auf Platz 1. Ein sicheres Programm mit der Möglichkeit seine Daten und Netzwerke einfach zu verschlüsseln. So können sich Nutzer sicher sein, das digitale Unternehmen persönliche Daten nicht analysieren und weiterverkaufen.