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Eurotower

Diskussion um das OMT-Programm – Teil III: Die Pervertierung der Kapitalmärkte durch OMT

Die Europäische Zentralbank verweist gerne auf die harten Bedingungen für ihr OMT-Programm. Modellrechnungen zeigen allerdings, dass die Bedingung, dass ein Staat Zugang zum Kapitalmarkt haben muss, um vom OMT-Programm zu profitieren, auch sichere Pleitestaaten erfüllen können. Allein die glaubhafte Ankündigung, dass die Zentralbank notfalls eingreifen wird, macht die Anleihen eines Pleitestaates begehrt.

Der Streit über den Aufschwung beginnt eher als der Aufschwung selbst

Kaum ist ein Aufschwung in Sicht, schon wird darüber gestritten, wer daran seinen Verdienst hat. Sebastian Dullien hält Mario Draghi für den Segensbringer: The Eurozone has emerged from Austerity Meine eigene Sicht habe ich ja bereits in zwei Artikeln geschildert: Resümee der Diskussion um das OMT-Programm und Erfolg der Austeritätspolitik in Spanien? Aber selbst wenn Dullien recht hätte und Draghis OMT-Programm zum Aufschwung beitragen würde, langfristig gesehen wäre es dann wohl besser, wir würden auf diesen Aufschwung verzichten.

Geldpolitik am Ende

Damit hat Dieter Wermuth im Blog Herdentrieb wohl recht: Die Geldpolitiker sind mit ihrem Latein am Ende Mein Bedauern darüber hält sich aber in Grenzen. Die aktuellen positiven Konjunkturdaten (nicht nur aus Deutschland) zeigen, dass weiteres Experimentieren mit neuen geldpolitischen Instrumenten zur Zeit auch unnötig ist.

Ist Spanien Exporteuropameister?

André Kühnlenz bringt in seinem Blog einen interessanten Vergleich zwischen der Entwicklung  spanischer und deutscher Exporte seit 2007. Exporteuropameister oder wie Hans-Werner Sinn den Spaniern Wettbewerbsfähigkeit bescheinigt Aber Vorsicht! Die spanische Zeitreihe startet von einer viel geringeren Basis aus. Was auf dem ersten Blick also wie eine parallele Entwicklung aussieht, ist es auf dem zweiten Blick keineswegs.

Morgen Onlinetalk bei Dradio Wissen mit mir

Morgen bin ich in Köln und bei Dradio Wissen zu Gast. Eine knappe Stunde wollen Andreas Noll und Michael Gessat im Onlinetalk mit mir über Eurokrise, Ökostrom und das Wirtschaftsbloggen allgemein reden. Aktuelle Themen der Woche wie Marcel Fratschers Ökonomenaufruf zur Geldpolitik werden dabei sicherlich auch ihren gebührenden Platz finden. Ich hab‘ mir zumindest vorgenommen, den Aufruf gnadenlos zu verreißen. Also bitte bei eurer Wochenendplanung berücksichtigen: Von 11-12 Uhr Radio hören und DRadio Wissen einschalten: DRadio Wissen Onlinetalk

Kaum Wachstumspotenzial in Deutschland

Kaum Wachstumspotenzial sieht DIW-Chef Marcel Fratscher für Deutschland: Gefährliche deutsche Illusionen Ob das von ihm geforderte öffentliche Investititonspaket allerdings das Wachstumspotenzial erhöhen würde oder nicht nur ein Strohfreuer anfachen würde, ist allerdings fraglich. Auch sein Blick auf die expansive Geldpolitik der EZB ist nur kurzfristig. Wer sich aber über DIW-Fratscher noch mehr aufregen will, kann sich heute mittag den WiWo-Lunchtalk anhören.