Der Fall Amazon – Wer ist verantwortlich? (Teil 1)

Gestern Abend zeigte die ARD eine sehenswerte Doku. Es ging um Leiharbeiter, die aus ganz Europa nach Deutschland herangekarrt werden, um in der Vorweihnachtszeit beim Internetkaufhaus Amazon für zwei bis drei Monate zu arbeiten. Erschreckende Zustände wurden aufgezeigt.

Den Beitrag kann man sich in der ARD-Mediathek zur Zeit anschauen, aber ich verlinke jetzt nicht, da Links zu den öffentlich-rechtlichen Sendern nach einer Woche meist tot sind. Sechs Missstände werden meiner Meinung nach unzweifelhaft festgehalten:

  1. Amazon ködert Zeitarbeiter aus dem krisengeschüttelten Spanien mit relativ guten Konditionen. Zwei Tage vor der Abfahrt nach Deutschland erfahren die Bewerber aber, dass sie nicht bei Amazon direkt, sondern bei der Leiharbeitsfirma Trenkwalder beschäftigt werden sollen. Den Arbeitsvertrag bekommen die Interessenten erst, wenn sie bereits in Deutschland sind. Die Konditionen darin sind deutlich schlechter, als ursprünglich von Amazon angekündigt. So wird nur ein Stundenlohn von 8,52€ statt 9,68€ gezahlt. Die Differenz begründet Trenkwalder damit, dass die Firma Kost und Logis übernimmt.
  2. Die Unterkünfte für die Leiharbeiter sind miserabel. Jeweils sieben Leute müssen sich einen kleinen Ferienbungalow teilen. Das Essen ist ebenso schlecht und besteht aus lediglich zwei kalten Mahlzeiten am Tag, die in den Kellerräumen eines Hotels serviert werden.
  3. Wachmänner (ich halte das Wort „security“ insbesondere in diesem Fall für schönfärberischen Neusprech) drangsalieren die Arbeiter. Es gibt systematische Übergriffe und Verletzungen der Privatsphäre  wie Taschenkontrollen und unangekündigte Zimmerkontrollen.
  4. Die Unterkünfte sind abgelegen. Die Busse, die die Arbeiter zum Amazon-Lager bringen, sind ständig überfüllt. Mangelnde Koordination der Fahrpläne mit den flexiblen Schichtarbeitszeiten führt nicht selten zu stundenlangen Wartezeiten.
  5. Die Arbeitsatmosphäre bei Amazon ist unpersönlich und belastend.
  6. Der Arbeitgeber (also Trenkwalder) führt keine Sozialversicherungsbeiträge auf die Sachleistungen ab, vielleicht illegal, vielleicht nutzt er aber eine Gesetzeslücke.

Aber wer ist verantwortlich?

Die beiden Filmemacher Diana Löbl und Peter Onneken konzentrieren sich darauf, Fakten zu präsentieren, doch ihre Antwort auf diese Frage scheint trotzdem klar: Amazon. Eine andere Antwort gibt Frank Lübberding in der FAZ: die Politik, und zwar die deutsche.

Aber es gibt noch andere Beteiligte: Trenkwalder, dann CoCo Job Touristik, das Unternehmen, das die Unterbringung und den Transport organisiert, das Sicherheitsunternehmen H.E.S.S. oder die Betreiber der Ferienanlage Seepark, wo die Spanier unterkommen. Auch die Arbeitsagentur Bad Hersfeld ist involviert.

Und was ist mit den Amazon-Kunden? In den digitalen Netzwerken rufen einige nun zum Amazon-Boykott auf. Bin ich gar selbst mitverantwortlich, weil mein E-Book „Die ersten drei Jahre Eurokrise“ auch bei Amazon gekauft werden kann?

Eine ganz andere Antwort wäre: Die Wanderarbeiter sind schuld. Denn wie kann man nur so doof sein und sich auf so unklare Bedingungen einlassen?

Bevor ich selbst meine Meinung darüber schreibe, wer verantwortlich ist, interessieren mich aber eure Meinungen. Wer ist schuld? Wer muss nun Konsequenzen ziehen? Ich bin gespannt auf eure Kommentare. Teil 2 dieses Artikels kommt dann am Montag.

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23 Gedanken zu „Der Fall Amazon – Wer ist verantwortlich? (Teil 1)

  1. Gregor Keuschnig

    Lübberding hat Recht, wenn man die Kausalkette genau zurückverfolgt. Die Schuld ausschließlich beim Konsumenten zu legen, der angeblich “billig” einkaufen will (bei Büchern gibt es mindestens in D Festpreise; bei Textilien lassen auch teure Markenhersteller billig produzieren), ist zu einfach. Wenn es danach ginge, müsste ich nackt, hungrig und mittellos durch die Gegend laufen.

    Ich halte die Tendenz, den Käufer moralisch (mit-)verantwortlich zu machen für einen “neoliberalen” Trick der Politik, die im Wirklichkeit vor dem Wort “Arbeitsplätze” ihren Kotau macht statt ihre Hausaufgaben zu machen.

  2. Rüdiger

    Alle, denn alle sind das System. Letztlich bringt auch der Boykott von AMAZON nicht viel. Angenommen es würde erfolgreich boykottiert werden, was passiert dann? Ähnliches wie bei SCHLECKER: die Marktanteile gehen an DM & Co. Das System ändert das nicht, jetzt hat nur ein anderer noch mehr Marktanteile. Das Prinzip Ausbeutung, Wertschöpfung usw. bleibt bestehen.

  3. Wirtschaftswurm

    @Rüdiger,
    wenn alle verantwortlich sind, ist letztlich keiner verantwortlich. So zumindest dann die Praxis.

  4. Wirtschaftswurm

    Auf die FAZ kann man sich übrigens auch nicht mehr verlassen. In ihrem Kasten unten auf dieser Seite schreiben sie, es wäre nicht arbeitsrechtskonform, wenn Mitarbeiter nach der Schicht ihre Kündigung bekommen und sofort ihre Sachen packen und gehen müssen. Da hätte die FAZ mal mehr recherchieren müssen. Schon mal was von Aushilfsarbeitsverträgen gehört? Da kann die Kündigungsfrist verkürzt werden. Ich nehme stark an, dass die spanischen Wanderarbeiter nur als Aushilfe beschäftigt waren. Also alles legal.

  5. Häschen

    Beim Eisenbahnbau im Wilden Westen war es nicht anders.

    Wir suchen nicht die Schuld bei Personen, seien sie natürlicher oder rechtlicher Natur. Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinen anderen zu. Es ist so einfach. Kein Mensch soll traurig in die Arbeit gehen müssen, in der Arbeit sich nicht wohl fühlen und auch nicht traurig nach Hause gehen. Jedes Menschen Arbeitszeit hat den selben Wert, der Preis ist halt dann der Streitpunkt.

    Der Verwerfliche ist an sich der Zwang der von börsennotierten Unternehmen auf die Lieferanten ausgeübt wird. Ich vermute das Leasingunternehmen hat eine Art Rahmenvertrag und die müssen dann Humanoiden zu einem bestimmten Zeitpunkt, in entsprechender Güte und zu einem wohldefinierten Preis zu liefern. Der HR Verantwortliche wird zum Einkäufer.

    Die Personalvermittlungsbranche ist sehr differenziert zu betrachten. Ist aber ein Rückschritt. Ich will das nicht verbreitern. Aber Leasing ist eher unrentabel und führte zum Konkurs, wenn man das Geschäft legal betriebe. Ich bin großer Freund von Freimarkt Kapitalismus, aber es gibt keinen Menschenmarkt.

    Die Neoliberalen werden sich noch anschauen, wenn sie draufkommen, dass es gar keine Märkte gibt außerhalb der Commodities. Es gibt Marktplätze und was ist der Marktplatz für Menschen … selbst wenn jemand behaupt er tradete Qualifikationen, was ist das Underlying.

  6. Rüdiger

    @Wirtschaftswurm: Richtig, und deswegen wird sich zunächst einmal nichts ändern. Jeder tut was er tun muss und das bis die Kapitalismus-Party ein Ende hat. Steigst du aus dem System aus? Wird das AMAZON machen? Glaubst du das die Menschen umdenken? Nein, 90 % der Leute machen nach wie vor dasselbe: sich an jedem beschissenen Job festhalten, sogar die Schlecker-Frauen die mies behandelt wurden, haben noch für ihren Ausbeuter gekämpft. Den Menschen ist nicht zu helfen. Ich meine auch, dass es nichts bringt den Schuldigen zu suchen. Was machen wir dann mit dem Schuldigen? Köpfen? Da freut sich doch nur der nächste, der dann den Laden übernehmen kann. So einfach ist es nicht. Es sind schon öfters Köpfe gerollt – bspw. Französische Revolution – , aber wir leben immer noch im Feudalismus, auch wenn wir ihn heute “Soziale Marktwirtschaft” nennen. Solange das Kapital über der Arbeit steht, werden Menschen immer kleine Lichter bleiben, die sich – wenn es hart auf hart kommt – für ein paar EURO an jeden verkaufen werden um etwas zu fressen zu haben.

  7. Thomas

    Wir alle sind schuld, weil es noch keine Logistikroboter für Amazon gibt, die das Warenlagen vollautomatisch betreiben.

  8. Guenni7

    Erstmal muß man wohl Alles was hier geschrieben wird unter Vorbehalt setzen, denn die ARD sendet nunmal nicht die alleinige Wahrheit und ist schon des öfteren für… ich sag mal linkslastige Dokus ohne allzugroßen Realitätbezug aufgefallen.

    Was Amazon macht ist gesetzlich gesehen wohl in Ordnung, die bedienen sich Zeitarbeitsfirmen, das ist vom Gesetzgeber so gewollt.

    Die Zeitarbeitsfirmen wiederum sind relativ kleine Klitschen ohne große Aufsicht, die nehmen sich heraus was halt geht, manchmal auch mehr. Eine große Kontrolle scheint mir aber auch gar nicht erwünscht.

    Das Konzept der Leiharbeitsfirmen, so wie es der dt. Gesetzgeber formuliert hat, scheint mir das eigentliche Problem:

    Eigentlich geht es ja nur darum Arbeitskräfte flexibel einzusetzen. In der Realität werden “Leiharbeiter” aber unterdurchschnittlich bezahlt, die soziale Absicherung ist nicht gewährleistet, die Arbeitsbedingungen sind schlechter als bei Festangestellten.

    Der Gesetzgeber (ich lass mal Parteien aussen vor) hat einfach ganz schlechte Regeln (Gesetze) geschaffen, die so etwas wie im Falle von Amazon überhaupt möglich machen.
    Amazon zu verteufeln macht m.E. denn auch keinen Sinn, die nehmen das was Sie kriegen können, wie alle anderen Marktteilnehmer auch. Verflucht sei die Regierung, die sich diesen Problemen IMMER NOCH nicht annimmt!

    (@Wirtschaftswurm: Auf’m Notebook getippt, mach die Korrektur nicht so teuer, ja? :-) )

  9. Ralf Sippel

    Es wurden ja schon mehrere Schuldige gefunden. Ich möchte hier nur auf die Verantwortung des Käufers/Verbrauchers verweisen:
    Der Verbraucher könnte schon etwas tun. Wenn die Bequemlichkeit nicht jemanden zwingt, bei amazon & Co einzukaufen, kann man auch in kleineren Buchläden bspw. seine Bücher kaufen oder seine Festplatte in einem Computershop vor Ort kaufen.
    Auch ich wohne 25 km vom nächsten bücherkettenunabhängigen Händler und kann dann halt ein Buch nicht sofort haben, sondern erst, wenn es sich ergibt.
    Natürlich gibt es auch Sachen, an denen man vielleicht an amazon nicht vorbei kommt und wir müssen auch nicht päpstlicher sein wie der Papst.
    Aber das Verschwinden von kleinen (inhaber-/familiengeführten) Bäckereien und Metzgereien sollte uns wachsam halten.

  10. Wirtschaftswurm

    Und der inhabergeführte Buchladen bezahlt mehr als 8,52€ die Stunde? Hier in der Innenstadt gibt’s neben der Meyerschen, Hugendübel und Weltbild übrigens nur noch einen inhabergeführten Buchladen, der sich auf Theologisch-Erbauliches spezialisiert hat. Andere Bücher kann man da wahrscheinlich auch bestellen, muss ich aber nicht wirklich.
    Im Sinne von Thomas sind E-Books auch eine Lösung. Würden allerdings nur noch E-Books gekauft, säßen die Spanier vielleicht arbeitslos zuhause rum. Besser?

  11. Fräulein Smilla

    Das ist doch klar. Die Politik ist schuld. Wir brauchen Gesetze, die den Arbeitern einen angemessenen Lohn garantiert. Zur Not von Amazon und wir brauchen Gesetze damit diese Firmen in Deutschland Steuern bezahlen. So wie du und ich. Es kann nicht sein, daß nur wir Arbeiter Steuern bezahlen und diese Firmen nicht.

  12. PotzBlitzDonner

    Nehmen wir mal an es wäre alles so wie uns das die Reporter darstellen. OK. Dann stell ich mir die Frage, was wäre mit diesen Arbeitern wenn Amazon ihnen nicht diesen Job gegeben hätte ? Ginge es ihnen dann in Summe schlechter oder besser. Ich denke die Antwort wäre vermutlich schlechter. Also das was hier so schlecht dargestellt wird ist eine Verbesserung der Lebenssituation dieser Arbeiter, zumindest in der Summe. Da bekommt jemand einen Teller zum Essen hingestellt und ihm wird vom Essen der Salat geklaut.
    Gerade konzentrieren wir uns auf den Diebstahl des Salates und übersehen den ganzen Teller und wollen dann noch das System verteufeln welches dieses Essen gibt.

  13. AlienObserver

    Hallo,

    ich finde dieses Zitat von Rousseau ziemlich Hilfreich wenn man eine Frage wie die die hier aufgeworfen wird beantworten möchte:

    “Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit.”

    Offensichtlich fehlen Gesetze die es den Starken verwehrt die schwachen auszubeuten. Damit könnte man der Politik die Schuld dafür geben. Das setzt natürlich voraus, dass das Primat der Politik auch vorhanden ist.

    Wenn man aber annimmt, dass die Politik inzwischen schwächer ist als global operierende Unternehmen dann ist die Schuld nicht allein bei den Politikern zu finden, sondern ein inherenter Systemfehler im Umgangmit diesen Konzernen.

    Wenn es uns nicht mehr gelingt unsere Freiheit und Demokratie gegen die Großunternehmen mit den Mitteln unserer Verfassung zu Verteidigen, dann werden wir unweigerlich alle zu Sklaven dieser Unternehmen bis wir es geschafft haben uns zu befreien.

    Wer ist also schuld? All diejenigen die sich unterworfen haben und nicht versuchen unsere Freiheit zu Verteidigen.

    Der Begriff Freiheit wird heute oft in den Mund genommen von denen die die Gestze abschaffen wollen die die Starken regulieren. Unter dem anschein der Freiheit wied die Versklavung betrieben.

    Auch ein Zitat Rousseaus:
    “Keine Unterwerfung ist so vollkommen wie die, die den Anschein der Freiheit wahrt. Damit lässt sich selbst der Wille gefangennehmen.”

  14. Patrick Seabird

    Wer ist verantwortlich? Eine gute Frage. Rechte Theoretiker sehen die Verantwortung immer beim Konsumenten. Die Wirtschaft dient alleine der Versorgung. Wenn niemand mehr für das Produkt zahlt, dann wird es nicht mehr angeboten. Die Linken sehen die Verantwortung nur bei den bösen Unternehmern. Sie beuten ihre Angestellten aus, nur um ihre Gewinne zu steigern.

    Nun kann man kann moralische Entscheidungen nur treffen, wenn man auch genügend Informationen hat. Somit muss man den Reportern danken, dass sie darüber berichtet haben. Ethischer Konsum ist ja nur dann möglich, wenn ich über die Folgen meines Konsums bescheid weiß.

    Die Frage ist so ähnlich wie: Wer ist verantwortlich, der, der lügt, oder der, der die Lüge glaubt? Zunächst muss man, denke ich, nicht davon ausgehen, dass gelogen wird. Wenn aber die Lüge auffliegt und man keine Konsequenzen zieht (z.B. dem Lügner von da an nicht mehr glaubt), so trägt man schon auch Verantwortung.

    So gesehen war, bevor die Reportage gezeigt wurde, nicht davon auszugehen, dass Amazon und seine Subunternehmen seine Mitarbeiter ausbeutet, ihnen weniger zahlt als versprochen, sie mit Nazi-Wächtern einschüchtert und Lücken im Sozialversicherungsnetz ausnützt. Es war also rein die Verantwortung von Amazon, denn ihnen mussten diese Informationen bekannt sein (spätestens seit die Gewerkschaften darauf aufmerksam machten).
    Nun ist diese Information allgemein bekannt und es liegt auch die Verantwortung auf Seiten der Konsumenten, entsprechend zu reagieren. Tun sie das nicht, so heißen sie diese Vorgehensweise als legitim und weiter ausbaubar…

    Natürlich besteht meiner Meinung nach dann noch ein gradueller Unterschied zwischen dem, der eine Aktion setzt (Unternehmen) und dem, der auf diese eine Reaktion setzt (Konsument). So wie der Angreifer im Krieg mehr zu verurteilen ist als der, der sich dann mittels Waffen wehrt.

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  16. Fabian H.M.

    Schuld sind alle, die etwas daran ändern könnten und es nicht tun = jede*r, der*die davon weiß. Die Politik könnte sicherlich etwas ändern = schuld, Amazon könnte vielleicht am einfachsten etwas ändern = schuld, Coco und Hess (ätz-kotz für diesen Namen!!!) könnten was ändern, indem sie die Aufträge nicht annehmen = schuld, Journalisten könnten etwas ändern, indem sie berichten = schuld, Konsument*innen könnten im local bookshop kaufen (und das Buch oft viel schneller haben, nämlich am gleichen Nachmittag für keine Extrakosten) = schuld, Mitarbeiter*innen könnten etwas ändern, indem sie nicht unter solchen Bedingungen arbeiten oder zumindest für die, die es nicht wollen, einen Betriebsrat gründen = schuld, ver.di könnte was tun, indem sie die Betriebseinfahrt blockieren = schuld, Anwohner*innen der näheren Umgebung könnten dasselbe tun = schuld, alle anderen könnten Handzettel verteilen, mit anderen drüber sprechen, Demos organisieren, etc. = schuld.

    Ergo: jede*r einzelne trägt ein Stückchen mitschuld (wenn man schon in dieser Kategorie sprechen möchte). Einem einzelnen Akteur wie Amazon oder “der Politik” die Hauptschuld zuzusprechen, zementiert nur den aktuellen Zustand, weil es nicht die Verhältnisse ändern würde. Die am direktesten Verantwortlichen sind für mich die Chefs der Zeitarbeitsfirma, aber selbst wenn sie sagen würden, sie machten da nicht mehr mit, würde möglicherweise (nicht sicher!) eine andere Firma das machen. Das gleiche gilt für amazon. Das zuletzt gesagt soll aber keinesfalls bedeuten, dass es nicht extrem wichtig wäre, dass sich die Zeitarbeitsfirma und amazon schleunigst um Besserung bemühen.

    my 2pence…

  17. Fabius

    Hauptverantwortlich für diese menschenunwürdigen Zustände der Unterkunft,Überwachung,und Entmündigung sehe ich in erster Linie den Auftraggeber Amazon.
    Aber auch die Leihfirma Trenkwalder, die offiziell vorgibt gesellschaftlich und sozial verantwortungsvoll zu agieren, wie die anderen beauftragte firmen als auch die Arbeitsagentur die für die deutsche lizens bzw.Entzug, Verstössen gegen die Grundregeln der Leihfirmen zuständig ist.

    Wenn Lidl und Co. DSL Paketfahrer u.a. seine Mitarbeiter unwürdig behandelt und unter Druck setzt zu unbezahlter Mehrarbeit dann ist das in Deutschland zumindest illegal verstösst gegen Arbeitsschutzregelungen und Verträge.

    Ein Verweis auf auf Dumping,ausbeuterlöhne und Arbeitsbedingungen in anderen Ländern auf der Welt ist hier völlig irreführend und abwegig.

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