Ein fieser Menschenvirus …
hat mich erreicht und flach gelegt. Darum wird es wohl diese Woche keine neuen Artikel von mir geben.
hat mich erreicht und flach gelegt. Darum wird es wohl diese Woche keine neuen Artikel von mir geben.
Der motorisierte Personenverkehr nimmt in den hochentwickelten Staaten der Erde auch bei steigendem Bruttoinlandsprodukt nicht mehr zu. Zu diesem Schluss kommen die beiden Forscher Adam Millard-Ball und Lee Shipper von der Stanford University. In ihrer Studie werteten sie zahlreiche Verkehrsdaten aus so verschiedenen Ländern wie den USA, Japan, Großbritannien, Kanada, Australien und Schweden aus. Dabei betrachteten sie den Autoverkehr ebenso wie den mit Bus, Bahn und Flugzeug. Die Summe all der vielen Einzeldaten zeigt die nachfolgend verlinkte Grafik mit Daten aus den Jahren 1970 bis 2006/07. Dargestellt werden die mit motorisierten Verkehrsmitteln zurückgelegten Kilometer pro Kopf in Abhängigkeit vom Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (in US-$ von 2000 nach Kaufkraftparitäten umgerechnet). In allen sechs untersuchten Ländern (und nicht nur dort) gab es einen über Jahrzehnte anhaltenden Trend zu einem immer größeren Verkehrsaufkommen. So überrascht zunächst, dass dieser Trend in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts durchbrochen wurde. Die Zahl der Fahrgastkilometer stagniert seitdem. Der Stopp stellte sich auf sehr unterschiedlichem Niveau ein. Die US-Amerikaner legen im Durchschnitt mehr als 2 ½ mal so viel Kilometer zurück wie die …
Sommer 1989 beim Feierabendbier irgendwo in der damaligen Tschechoslowakei. Mein älterer tschechischer Saufkumpane schimpft seit einer halben Stunde auf die Regierung und die herrschende kommunistische Partei. Dann kommt ein Satz, der mich verblüfft: „Ihr im Westen, ihr seid schon viel weiter auf dem Weg zum Kommunismus.“ Es entwickelt sich eine angespannte Diskussion. Mein Gegenüber erklärt mir die marxistische Geschichtsauffassung, nach der alles auf den Kommunismus hinausläuft. Ich, der junge Student und Praktikant aus Westdeutschland, sammle mein Schulwissen zusammen und erkläre, dass es kein Endziel der Geschichte gibt. Eine Annäherung kommt nicht zustande. Der Graben zwischen den unterschiedlichen Sozialisationen ist zu tief. Gesine Lötzsch, die zur Zeit mit ihrem Artikel „Wege zum Kommunismus“ Furore macht, gehört wohl zu denen, die mit dem Kommunismus sozialisiert wurden. Aber diese Spezies stirbt langsam aus. Inzwischen können auch viele jüngere im Osten, gleich ob links oder rechts, mit diesem Begriff nichts anfangen. Gesine Lötzsch hat ihrer Partei mit ihrem Artikel sicher nicht geholfen. Und es ist gut so, wenn der Begriff Kommunismus bald entsorgt wird. Denn Kommunismus ist weder wünschenswert …
Ist es schon jemandem aufgefallen? Seit gestern gibt es neben dem Twitter-Button und dem Facebook-Button noch eine dritte Schaltfläche unter jedem Wirtschaftswurm-Artikel. Durch einen Klick auf Flattr kann man nicht nur zeigen, dass einem der Artikel gefällt, sondern mir gleichzeitig ein Trinkgeld zukommen lassen. Es ist ja so: Genauso wie der Mensch nicht allein vom Brot lebt, lebt der Wirtschaftswurm nicht allein von Wirtschaftsnachrichten. Und für das Andere ist jeder Euro oder Cent willkommen, ja, wer die schwierige Situation vieler freier Journalisten wie mich kennt, ahnt, sogar notwendig. Das Prinzip von Flattr ist denkbar einfach. Man registriert sich auf flattr.com und überweist dann online einen bestimmten Betrag auf sein Flattr-Konto. Außerdem bestimmt man, wie viel man im Monat aufwenden will. Ab 2 € pro Monat beginnt bereits der Spaß. Nun kann man gute Artikel einfach durch einen Klick auf den Flattr-Button belohnen. Die Klicks werden von Flattr gezählt und am Ende des Monats wird der gewählte Monatsbeitrag anteilig entsprechend der Zahl der Klicks auf die Anbieter (Blogger, Musiker und andere) verteilt. Die Erfahrung anderer Blogs …
Im Artikel „Soziale Gerechtigkeit zusammengerührt“ habe ich begründet, warum ein allgemeiner Indikator der sozialen Gerechtigkeit wenig sinnvoll ist. Viel interessanter als solch eine Generalzahl sind die weniger durch den Fleischwolf gedrehte Einzeldaten. Die in dieser Woche vorgestellte Bertelsmann-Studie zur sozialen Gerechtigkeit hat immerhin in dieser Hinsicht einiges zu bieten. Nur zwei Daten möchte ich mir aus ihr herauspicken. Diese sind aber besonders aussagekräftig: die Armutsquote und die Quote der Langzeitarbeitslosen. Fangen wir mit der Armutsquote an. Sie gibt an, wie groß der Anteil derjenigen ist, deren Einkommen geringer ist als die Hälfte des mittleren Einkommens (Medianeinkommens). Die Armutsquote liegt in Deutschland bei 9,5 %, was gerade für den 16. Platz unter den 31 OECD-Ländern reicht. Dänemark und Schweden schneiden mit 5,3 % erheblich besser ab. Auch in Österreich gelten nur 6,6 % der Bevölkerung als arm. In der Schweiz sind es 8,7 %; das ist immer noch etwas weniger als in Deutschland. Ein schwacher Trost für uns Deutsche, dass in der größten Volkswirtschaft der Erde, in den USA, der Anteil der Armen mit 17,1 % noch erheblich größer ist. …
Zumindest in einem Punkt bleibt die Bertelsmann-Stiftung ihrer Ideologie treu. Sie glaubt an die segensreiche Kraft der Rankings in allen Bereichen. Sie setzt auf den Wettbewerb um die besten Plätze – insbesondere auch als Ansporn für die Politik. Und so gibt es fast nichts, für das die Bertelsmann-Stiftung in den mehr als 33 Jahren ihres Bestehens nicht eine Rangliste erstellt hat. Bezeichnend, dass eine internationale Rangliste der sozialen Gerechtigkeit bislang fehlte. Immerhin gehört soziale Gerechtigkeit wahrscheinlich zu den wichtigsten Faktoren für Glück und Zufriedenheit überhaupt. Diese Lücke wurde allerdings mit der jüngsten Studie der Bertelsmann-Stiftung unter dem Titel „Soziale Gerechtigkeit in der OECD – Wo steht Deutschland?“ geschlossen. Fragt sich allerdings, ob der sozialen Gerechtigkeit tatsächlich mit dem Bertelsmann’schen allgemeinen Gerechtigkeitsindikator geholfen ist. Drei Punkte lassen sich dagegen anführen und zumindest die letzten beiden halte auch ich für relevant: Es gibt viele unterschiedliche Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit. Sie beruhen auf unterschiedlichen Werten. Hier ist allerdings anzumerken, dass dies nicht die Verständigung auf einen Konsens ausschließt. Große Denker wie John Rawls und Amartya Sen haben dies …