Alle Artikel mit dem Schlagwort: internationaler Vergleich

Wirtschaftswachstum mal langfristig (2000-2010)

Der Blick auf langfristige Entwicklungen kann manche Irrtümer gerade rücken. Darum habe ich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für 25 Staaten im Zehnjahreszeitraum 2000-2010 berechnet. Achtung! Dieser Artikel ist veraltet. Es gibt einen aktualisierten und erweiterten Artikel: Wirtschaftswachstum und Lebensstandard langfristig gesehen (2004-2014)

Verkehrsmaximum erreicht

Der motorisierte Personenverkehr nimmt in den hochentwickelten Staaten der Erde auch bei steigendem Bruttoinlandsprodukt nicht mehr zu. Zu diesem Schluss kommen die beiden Forscher Adam Millard-Ball und Lee Shipper von der Stanford University. In ihrer Studie werteten sie zahlreiche Verkehrsdaten aus so verschiedenen Ländern wie den USA, Japan, Großbritannien, Kanada, Australien und Schweden aus. Dabei betrachteten sie den Autoverkehr ebenso wie den mit Bus, Bahn und Flugzeug. Die Summe all der vielen Einzeldaten zeigt die nachfolgend verlinkte Grafik mit Daten aus den Jahren 1970 bis 2006/07. Dargestellt werden die mit motorisierten Verkehrsmitteln zurückgelegten Kilometer pro Kopf in Abhängigkeit vom Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (in US-$ von 2000 nach Kaufkraftparitäten umgerechnet). In allen sechs untersuchten Ländern (und nicht nur dort) gab es einen über Jahrzehnte anhaltenden Trend zu einem immer größeren Verkehrsaufkommen. So überrascht zunächst, dass dieser Trend in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts durchbrochen wurde. Die Zahl der Fahrgastkilometer stagniert seitdem. Der Stopp stellte sich auf sehr unterschiedlichem Niveau ein. Die US-Amerikaner legen im Durchschnitt mehr als 2 ½ mal so viel Kilometer zurück wie die …

Soziale Gerechtigkeit im Detail: Armutsquote und Langzeitarbeitslosigkeit

Im Artikel „Soziale Gerechtigkeit zusammengerührt“ habe ich begründet, warum ein allgemeiner Indikator der sozialen Gerechtigkeit wenig sinnvoll ist. Viel interessanter als solch eine Generalzahl sind die weniger durch den Fleischwolf gedrehte Einzeldaten. Die in dieser Woche vorgestellte Bertelsmann-Studie zur sozialen Gerechtigkeit hat immerhin in dieser Hinsicht einiges zu bieten. Nur zwei Daten möchte ich mir aus ihr herauspicken. Diese sind aber besonders aussagekräftig: die Armutsquote und die Quote der Langzeitarbeitslosen. Fangen wir mit der Armutsquote an. Sie gibt an, wie groß der Anteil derjenigen ist, deren Einkommen geringer ist als die Hälfte des mittleren Einkommens (Medianeinkommens). Die Armutsquote liegt in Deutschland bei 9,5 %, was gerade für den 16. Platz unter den 31 OECD-Ländern reicht. Dänemark und Schweden schneiden mit 5,3 % erheblich besser ab. Auch in Österreich gelten nur 6,6 % der Bevölkerung als arm. In der Schweiz sind es 8,7 %; das ist immer noch etwas weniger als in Deutschland. Ein schwacher Trost für uns Deutsche, dass in der größten Volkswirtschaft der Erde, in den USA, der Anteil der Armen mit 17,1 % noch erheblich größer ist. …

Soziale Gerechtigkeit zusammengerührt

Zumindest in einem Punkt bleibt die Bertelsmann-Stiftung ihrer Ideologie treu. Sie glaubt an die segensreiche Kraft der Rankings in allen Bereichen. Sie setzt auf den Wettbewerb um die besten Plätze – insbesondere auch als Ansporn für die Politik. Und so gibt es fast nichts, für das die Bertelsmann-Stiftung in den mehr als 33 Jahren ihres Bestehens nicht eine Rangliste erstellt hat. Bezeichnend, dass eine internationale Rangliste der sozialen Gerechtigkeit bislang fehlte. Immerhin gehört soziale Gerechtigkeit wahrscheinlich zu den wichtigsten Faktoren für Glück und Zufriedenheit überhaupt. Diese Lücke wurde allerdings mit der jüngsten Studie der Bertelsmann-Stiftung unter dem Titel „Soziale Gerechtigkeit in der OECD – Wo steht Deutschland?“ geschlossen. Fragt sich allerdings, ob der sozialen Gerechtigkeit tatsächlich mit dem Bertelsmann’schen allgemeinen Gerechtigkeitsindikator geholfen ist. Drei Punkte lassen sich dagegen anführen und zumindest die letzten beiden halte auch ich für relevant: Es gibt viele unterschiedliche Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit. Sie beruhen auf unterschiedlichen Werten. Hier ist allerdings anzumerken, dass dies nicht die Verständigung auf einen Konsens ausschließt. Große Denker wie John Rawls und Amartya Sen haben dies …

Wirtschaftswachstum mal langfristig

Als Wirtschaftswurm lebe ich ja in einer Welt der Zahlen: die Arbeitslosenzahlen vom Oktober, die Außenhandelszahlen des dritten Quartals, Daten über die Industrieproduktion oder die Staatsschulden, dazu jeden Tag neue Wechselkurse. Und schließlich die Zahl der Zahlen, das Bruttoinlandsprodukt (kurz BIP) oder frei nach Tolkien im „Herr der Ringe“: Die Zahl sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden. Die Wirtschaftsmedien quillen über vor Zahlen. Veröffentlicht werden Monats- und Quartalszahlen, manchmal auch Jahresdaten. Doch bei langfristigen Daten herrscht Fehlanzeige. Auch im Internet ist es schwer, langfristige Zahlen selbst über das Bruttoinlandsprodukt zu finden. Wer langfristig denken will, muss sie darum selbst ausrechnen. Und das habe ich gemacht. Achtung! Dieser Artikel ist veraltet. Es gibt einen aktualisierten und erweiterten Artikel: Wirtschaftswachstum und Lebensstandard langfristig gesehen (2004-14) Ich habe für die 25 Staaten mit der größten Wirtschaft (dem größten BIP in US-$ 2009) das Bruttoinlandsprodukt des vergangenen Jahres, also 2009, mit dem von 1999 verglichen.  Grundlage waren die Daten des IWF. Ausgerechnet habe ich die 10-Jahres-Wachstumsrate 1999-2009 und herausgekommen ist …