Alle Artikel mit dem Schlagwort: Mindestlohn

Wachsende Lohnspreizung in Deutschland – Gegenmaßnahmen

Im ersten Artikel zur Lohnspreizung in Deutschland ging es um die Zahlen, die belegen, dass sich untere, mittlere und hohe Löhne immer weiter auseinanderentwickeln. In meinem zweiten Artikel zum Thema wurde neben anderen vor allem eine Ursache dieser wachsenden Lohnspreizung aufgezeigt: Die Stellen im mittleren Lohnbereich sind weniger geworden. Und dies ist mutmaßlich eine Folge der Computerisierung. Was aber kann man nun gegen diese Entwicklung tun? Politisch ist vor allem ein allgemeiner Mindestlohn in der Diskussion. Aufgrund der negativen Nebenwirkungen eines Mindestlohnes bin ich da eher skeptisch. Aloa vom Blog „libri logicorum“ macht nun einen anderen Vorschlag: die negative Lohnkostensteuer. Diese Steuer soll eine Unternehmenssteuer sein wie z. B. auch die Gewerbesteuer. Bemessungsgrundlage sind die Lohnzahlungen des Unternehmens. Der Steuersatz hängt dabei von der dem Einzelnen gezahlten Lohnhöhe ab. Er ist für hohe Löhne und für Minilöhne höher und am niedrigsten für die Zahlung eines Durchschnittslohnes. Bei mittleren Löhnen soll der Steuersatz sogar negativ sein, sprich, der Arbeitgeber bekommt Geld vom Staat. Graphisch stellt sich der Steuersatz als Häkchen dar: Steuersatz der Lohnkostensteuer in Abhängigkeit von …

Das effektivste Mittel, um die Binnennachfrage zu stärken

Die Analyse, auch in diesem Blog schon vorgetragen, findet immer mehr Anhänger: Deutschland muss die Binnennachfrage stärken. Das bisherige Wirtschaftsmodell, auf den Export zu setzen, ist nicht nachhaltig. Denn unser Exportüberschuss ist das Handelsbilanzdefizit der anderen. Und früher oder später wird dieses Handelsbilanzdefizit zum Problem, siehe Griechenland, siehe selbst die Wirtschaftssupermacht USA. Was bedeutet aber Stärkung der Binnennachfrage konkret für die Politik? Nicht ganz zu unrecht setzt Gerhard Bosch (Ökonomenstimme) hier auf die Lohnpolitik. Höhere Löhne bedeuten mehr Konsum und dadurch mehr Importe. Also mehr Wohlstand hier und mehr Konjunktur in Problemländern wie Griechenland. Lohnpolitik ist zunächst Sache der Tarifparteien. Der Staat soll nach Bosch allerdings jetzt eingreifen: ein allgemeiner Mindestlohn von 7,50 €, mehr allgemeinverbindliche Tarifverträge und eine Begrenzung der Minijobs schlägt er vor. Ich halte allerdings von allen drei Maßnahmen nicht besonders viel. Ein Mindestlohn, der mehr soll, als besonders schlimme Auswüchse in der Lohngestaltung zu verhindern, wird zwangsläufig Arbeitsplätze kosten. Allgemeinverbindliche Tarifverträge können zu einer hohen Hürde für kleine oder neue Firmen auf einem Markt werden und so den Wettbewerb einschränken. Denn für …