Alle Artikel mit dem Schlagwort: Inflation

Der Euro-Rettungsschirm hilft dem Euro nicht

Claudia Aebersold Szalay macht es in der NZZ klar: Es geht überhaupt nicht um den Euro beim milliardenschweren „Euro-Rettungsschirm“ (offiziell Europäischer Stabilisierungsmechanismus ESM). Über Wohl und Wehe des Euros entscheide allein die Politik der Europäischen Zentralbank EZB. In der Tat hat die gesamte Schuldenkrise nur vorübergehend am Außenwert des Euros gekratzt. Gegenüber dem Dollar ist er seit Juni letzten Jahres wieder im Aufwind und selbst gegenüber dem Schweizer Franken ist er seitdem einigermaßen stabil. Nicht so gut sieht es beim Binnenwert des Euros aus. Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag nach ersten Schätzungen im März bei 2,6 %. Damit hat die EZB ihr Inflationsziel von maximal 2 % inzwischen deutlich verfehlt. Es gibt allerdings überhaupt keinen volkswirtschaftlichen Automatismus, nach dem die Schuldenprobleme eines Staates zu einer Geldentwertung führen. Die Schuldenprobleme werden nur dann zu Inflationsproblemen, wenn die Geldpolitik dies zulässt. Konkret, wenn die Zentralbank bereit ist, Geld „zu drucken“, damit ein Staat seine Schulden zurückzahlen kann. Und leider hat sich die EZB dazu hinreißen lassen. Der Sündenfall der EZB begann mit dem Ankauf von Staatsanleihen aus den …

Die EZB muss nun gegensteuern

Man sollte es sich nicht komplizierter machen als nötig. Im Dezember lag die Inflationsrate in der Eurozone bei 2,2 %. Damit wurde das offizielle Inflationsziel der Europäischen Zentralbank verfehlt, nach dem die Preise zwischen 0 und 2 % jährlich wachsen sollen. Die EZB sollte darum nun handeln. Es ist klar, dass die Dezemberzahlen kein einmaliger Ausrutscher sind. Das Geld, das seit Beginn der Finanzkrise von der Zentralbank und den Regierungen in die Wirtschaft gepumpt wurde, ist endlich beim Verbraucher angekommen. Und das wissen die Unternehmen zu nutzen. Sie beginnen, die Preise zu erhöhen. Sowohl Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, als auch Marco Bargel, selbiges bei der Postbank, rechnen darum mit einem weiteren Anstieg der Inflation und halten Werte von 4 % in den nächsten Jahren in Deutschland für möglich. Gut, drei Ökonomen vier Meinungen. Und so hält Jörg Krämer von der Commerzbank dagegen. Er verweist auf die so genannte Kerninflationsrate, die noch niedrig liegt. Die Kerninflationsrate ist aber nur ein besonders gewitztes Stück unter dem Motto: „Wie fälsche ich eine Statistik.“ Man rechnet Lebensmittel- und Energiepreise …

Das Trilemma der internationalen Ökonomie

Der nächste G-20-Gipfel steht an, am Donnerstag und Freitag in der koreanischen Hauptstadt Seoul. Trotz aller Gipfelrituale könnte es einer der spannendsten Gipfel der letzten Jahre werden. Denn der Handlungsdruck ist inzwischen so groß wie die Interessenkonflikte. Die USA suchen verzweifelt nach Möglichkeiten, ihre Leistungsbilanz in Ordnung zu bringen. Bewusst nehmen sie dafür einen billigen Dollar in Kauf, während sie gleichzeitig mit dem Finger auf die Chinesen zeigen, die ihrerseits ihre Währung künstlich verbilligen. Auf der anderen Seite steht aber nicht nur China, sondern auch Schwellenländer wie Brasilien. Diese Länder müssen das herumvagabundierende Kapital, das heute in diese Schwellenländer strömt, morgen aber vielleicht schon wieder woandershin, bändigen. Sie versuchen dies mit Kapitalverkehrskontrollen, aber auch mit dem Aufbau von Devisenreserven. Beides verbilligt die Währungen dieser Länder. Den Stein der Weisen, der all diese Probleme löst, gibt es nicht. In der aktuellen Diskussion blieb es bisher dem Economist vorbehalten, auf das grundsätzliche Dilemma jeder Geld- und Währungspolitik hinzuweisen, das in diesem Fall sogar ein Trilemma ist. Es besteht darin, das man nicht gleichzeitig eine stabile Währung im …