Wirtschaftswurm-Blog

Sind 20 Millionen Dollar Jahresgehalt zu viel?

20 Millionen Dollar Jahresgehalt: Dirk Nowitzki bei den Dallas Mavaricks

20 Millionen $ hätte ich natürlich auch gern – habe ich aber nicht. Uns so bleibt mir genauso wie Miss B auf Kantoos nur die Möglichkeit, über die Frage zu sinnieren, ob 20 Millionen $ Jahresgehalt für einen Basketballprofi zu viel sind. So viel bekommen nämlich Spitzenstars der amerikanischen Profiliga NBA wie der Würzburger Dirk Nowitzki.

Miss B versucht in ihrem Artikel das Verhältnis zwischen Spielergehältern und Einnahmen der Liga abzuschätzen und kommt zu dem Schluss, dass diese Relation bei der NBA zumindest von der Größenordnung her ähnlich ist wie in der Bundesliga. Also alles ganz fair?

Leider verliert Miss B in ihrem Artikel überhaupt kein Wort über wirtschaftliche Macht. Die ist aber der entscheidende Schlüssel, um die NBA-Spielergehälter zu verstehen. Wirtschaftliche Macht spielt im Profi-Basketball eine doppelte Rolle: bei den Spitzenspielern selbst und bei der Liga insgesamt. Sie resultiert aus einer Monopolstellung, aus einem Mangel an Alternativen, die ausgenutzt wird.

Das Problem ist folgendes: Fans von NBA-Teams wie der Boston Celtics oder der Los Angeles Lakers interessieren sich nicht einfach nur für Basketball, sie wollen den besten Basketball überhaupt sehen. Die Wirtschaftswissenschaftler sprechen darum von einem Positionalgut. Den Fans ist in erster Linie die relative Qualität wichtig, nicht die absolute.

Somit kommen die Fans an der NBA nicht vorbei. Denn auf den besten Basketball überhaupt hat die NBA ein Monopol. Das Monopol der NBA ist ein so genanntes natürliches Monopol. Es ist weder durch staatliche Regulierung entstanden noch Folge eines technischen Vorsprungs. Es ist entstanden, weil es den besten Basketball überhaupt definitionsgemäß nur einmal geben kann. Solche natürlichen Monopole – allenfalls regional eingegrenzt – sind im Profisport die Regel.

Ähnlich wie die NBA, haben auch die Spitzenstars eine gewisse Monopolmacht. Der objektive Abstand im Können und im Einsatz zwischen den 10 Spitzenspielern und der Nummer 100 ist vielleicht gar nicht mal so groß. Da viele Fans aber den „Weltbesten“ sehen wollen, ist das Einnahmepotenzial für die, die dafür gehalten werden, unvergleichlich größer als für die Nummer 100.

Die Marktmacht der Spieler ist häufig schnell vergänglich, die Monopolstellung der NBA ist allerdings seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts unbestritten. Eine Konkurrenzliga aufzubauen, erforderte enormen organisatorischen Aufwand. Vor allem müsste man die Fans davon überzeugen, dass man von nun an den besten Basketball überhaupt bietet. Möglich wäre das nur, wenn es gelänge, gute Teams aus der alten Liga abzuwerben.

3 Kommentare

  1. Es handelt sich in der Tat um ein natürliches Monopol, weil die Zuschauer sehen wollen, wie die besten Mannschaften mit den besten Spielern gegeneinander antreten. Eine Konkurrenzliga bringt also entweder nichts, weil sie selbst wieder Monopolist würde, oder sie vernichtet Werte (wie z. B. die parallelen Weltboxverbände). Was die Spieler angeht, so kommt es vor allem auf die relativen, nicht die absoluten Leistungsunterschiede an. Mit den fünf besten Spielern gewinnt man nahezu jedes Spiel, mit Platz 101 bis 105 verliert man dagegen dauernd (gegen Mannschaften aus den Top 100), wie auch im Sprint oder sogar langen Rennen der Formel 1 oder im (leider dopingverseuchten) Radsport Hundertstelsekunden zwischen Sieg und Niederlage entscheiden.

  2. hochvonoben sagt

    es gab schon mal eine andere liga in den 70gern, die aba. aus dieser liga fusioniert etwa 1/3 der mannschaften mit ausgewählten clubs der nba, die so zu einer monopol stellung kam.
    auch hatte basketball überhaupt keinen so hohen stellenwert zu den anderen sportarten, wie football oder baseball. erst durch das aufbauen einer schein revalität zwischen larry bird und magic johnson, die schon im ncaa finale gegnüberstanden und noch viele male im nba finale stehen sollten, ging die sache erst richtig los. magic bekam einen 25-jahres vertrag für insgesammt 25 mio. (1980 eine hammer summe).

    andererseits, wenn die spieler das geld nicht kriegen, dann nehmen es die franchise besitzer, denn da ist die kohle ja, also warum nicht für den der die knochen hinhält

  3. Wirtschaftswurm sagt

    Stimmt, es gab von 1967-76 den Versuch einer Basketball-Konkurrenzliga. Die ABA konnte sich letztlich in eine Fusion mit der NBA retten.
    Klar ist, dass andere Sportarten immer eine gewisse Konkurrenz darstellen. Wer sich jedoch einmal für den Basketball entschieden hat, in sein Fan-Dasein sehr viel Zeit investiert hat, wird kaum von heute auf morgen zum Baseball- oder Football-Fan.

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