Wirtschaftswurm-Blog

Steuererhöhungen: Das wird 2015 alles teurer

Von Andrea Schneider für WIS Steuerberatungs GmbH

Deutsche Bürger sind 2015 erneut von Steuererhöhungen und Verschärfungen betroffen. Änderungen treten nicht nur bei der Grunderwerbssteuer auf, sondern auch bei der Bemessungsgrenze, der Lebensversicherung und sogar bei alten Heizungen. Was die Steuerzahler 2015 erwartet, erfahren Sie hier.

NRW und Saarland: Grunderwerbssteuer steigt auf 6,5 Prozent

Nordrhein-Westfalen und das Saarland zählen fortan gemeinsam mit Schleswig-Holstein zu den Bundesländern, bei denen die Grunderwerbssteuer am höchsten ist. In beiden Ländern stieg diese Steuer von 5 (NRW) bzw. 5,5 (Saarland) auf 6,5 Prozent an.

Einbehaltung der Kirchensteuer erfolgt automatisch

Sollte bereits im Vorjahr eine Kirchensteuerpflicht festgestellt worden sein, so wird die Kirchensteuer ab dem 1. Januar 2015 automatisch einbehalten. Das ist rechtens und kann nur mit einem Widerspruch verhindert werden. Möglich macht es das Bundezentralamt für Steuern, denn diese Institution darf die Steuer-ID samt der Kirchensteuermerkmale an die jeweiligen Banken herausgeben.

Neue Beitragsbemessungsgrenzen für Gutverdiener

Für deutsche Arbeitnehmer, die im Westen Deutschlands leben, stieg die neue Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung um 100 Euro auf ein monatliches Einkommen in Höhe von 6.050 Euro an. Auch für Arbeitnehmer im Osten Deutschlands stieg die Bemessungsgrenze an – und zwar um 200 Euro auf ein monatliches Einkommen von 5.200 Euro. Hinzu kommen bundesweite Änderungen der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Die Obergrenze stieg um immerhin 75 Euro auf ein monatliches Einkommen von 4.125 Euro bzw. ein Jahreseinkommen von 49.500 Euro an.

Lohnen sich Lebensversicherungen überhaupt noch?

Diese Frage dürften sich viele Interessenten beim Abschluss einer Lebensversicherung stellen, denn seit dem 1. Januar 2015 garantieren die Versicherer den Neukunden nur noch 1,25 Prozent statt 1,75 Prozent. Doch nicht nur neue Lebensversicherungen sind kaum noch lohnenswert, sondern auch ältere Verträge. Das liegt daran, dass bei vielen Vertragsabschlüssen zunehmend auf Schlussüberschüsse verzichtet worden ist.

12,7 Prozent: Dritte Porto-Erhöhung in Folge

Nachdem die Deutsche Post ihr Porto bereits zweimal erhöht hat, folgt 2015 die dritte Erhöhung und damit steigert die Post ihr Porto innerhalb von drei Jahren um ganze 12,7 Prozent. Seit dem 1. Januar 2015 kosten Standardbriefe 62 Cent, der Päckchenversand 4,40 Euro.

Austausch von alten Heizkesseln wird Pflicht

Bisher sollten nur alle Heizungen ausgetauscht werden, die vor 1978 im Haus oder der Wohnung eingebaut worden sind. Mit der neuen Regelung ändert sich das. Nun müssen Immobilieninhaber alte Öl- und Gasheizungen austauschen, die mindestens 30 Jahre alt sind. Doch die Austauschpflicht hält einige Ausnahmen bereit. So gilt der Austausch nicht, wenn es sich um Brennwertkessel oder Niedertemperatur-Heizkessel handelt. Hinzu kommt, dass alle Besitzer, die seit 2002 selbst in der Immobilie gewohnt haben, nicht zum Austausch verpflichtet sind.

Spezielle Steuererhöhungen für Bochumer

Viele Gebühren und auch einige Steuern werden von den Kommunen lokal festgelegt. Hier gibt es vielerorts Änderungen, wie es am Beispiel von Bochum ersichtlich ist. Die Straßenreinigungsgebühr stieg in Bochum um 2,74 Prozent an. Auch die Abwassergebühren stiegen für die Bochumer auf 2,43 Euro pro Kubikmeter. Hundebesitzer müssen sich zudem auf Erhöhungen um jeweils zwölf Euro gefasst machen. Die Hundesteuer beträgt 2015 für einen Hund nun 156 Euro, für zwei Hunde 180 Euro und ab dem dritten Hund sogar 204 Euro pro Jahr.

Immer mehr Erhöhungen und Veränderungen lassen die Verunsicherung wachsen, nicht zuletzt auch in Bochum. Ein Steuerberater in Bochum leistet den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort Hilfe und berät bei steuerlichen Fragestellungen, insbesondere beim Immobilienkauf.

Geh nicht ohne Gruß, empfiehl bitte den Beitrag weiter!

2 Kommentare

  1. Stefan Rapp sagt

    Gibt es eigentlich heute noch irgend ein nachvollziehbarer Grund warum die Briefmarken Umsatzsteuerbefreit sind ?
    Es gibt zwar einen Paragraphen der „amtliche Wertzeichen“ umsatzsteuerbefreit. Aber da die Post schon lange kein Amt mehr ist frage ich mich was das eigentlich noch soll. Letztendlich ist dies eine versteckte Subvention die mit nichts außer vielleicht der Schläfrigkeit des Finanzministeriums zu erklären ist.

    Die art und weiße wie die Grunderwerbssteuer greift ist ebenfalls absurd, wenn jemand in 20 Jahren 5 mal sein Eigenheim verkaufen würde und wieder ein neues kauft weil er wegen seines Arbeitgebers öfters seinen Arbeitsplatz wechseln müßte, würde er circa in summe ein drittel seines durchschnittlichen Eigenheimwertes an den Fiskus abführen müssen, das ist natürlich sinnlos deswegen lebt er lieber zur miete und muß eben Miete bezahlen. Die Ökonomische und steuerpolitische Sinnhaftigkeit dieses Sachverhaltes ist für mich fragwürdig, …ach die Länder brauchen Geld, gut das erklärt natürlich alles…..

  2. Die Länder brauchen Geld, klar. Ich halte die Grunderwerbssteuer aus dem gleichen Grund wie du auch nicht für sinnvoll. Ich weiß allerdings nicht, ob dir meine Alternative gefällt: eine jährliche, allgemeine Vermögensbesteuerung, die sich an den Marktwerten orientiert.

Kommentare sind geschlossen.