Wirtschaftswurm-Blog

Deutschland droht der langsame Bedeutungsverlust

Ich finde es immer interessant, wenn langfristige Entwicklungen aufgezeigt werden. So auch heute in der „Welt“ und von der Prognos AG.

Der Gewinn liegt nicht so sehr darin, nun mehr über die Welt im Jahr 2035 zu wissen. Die kann so werden wie die Prognos-AG-Leute sich das vorstellen oder auch nicht. Allerdings wirken solche Prognosen als Vergrößerungsglas für gegenwärtige Trends. Sie helfen, diese Trends besser zu erkennen und zu beurteilen.

4 Kommentare

  1. „Allerdings wirken solche Prognosen als Vergrößerungsglas für gegenwärtige Trends. Sie helfen, diese Trends besser zu erkennen und zu beurteilen.“

    Gilt das auch für Prognosen die nicht von Ökonomen erstellt wurden?
    Warum werden Prognosen von renommierten Zukunftsforschern wie Jorgen Randers in Kreisen der Ökonomen ignoriert? Warum wird Dennis Meadows diskreditiert? Warum wurde die Limits to Growth Studie, trotz großer Erfolge von den Medien und Ökonomen permanent falsch dargestellt?

    Die Prognos Studie ignoriert wesentliche Aspekte gesellschaftlicher Entwicklung wie die Peak Everything Problematik. Zumindest kann ich das so aus dem Artikel herauslesen.

    Die Entwicklung der Nahrungsproduktion, die Verschärfung kriegerischer Konflikte, der Kampf um die verbleibenden Ressourcen, und, und, und.

    Sie widerspricht Veröffentlichungen die in renommierten Wissenschaftlichen Journalen wie Nature oder Science veröffentlicht wurden. ( siehe : http://www.washington.edu/research/.SITEPARTS/.documents/.or/Nature_Comment_01_26_2012.pdf )

    In einer Zeit des Umbruchs und globaler Krisen eine Studie zu erstellenin der „Alles so weitergeht wie bisher“ hat keinerlei Aussagekraft.

  2. Arne Kuster sagt

    @AlienObserver,
    wenn da etwas aktuell ist, berichte ich auch gerne drüber.

  3. Da hätte man einiges aufgreifen können. Am 4. Sept ging z.B. die Dresdner Konferenz „Rohstoffe, Energieversorgung und Akzeptanz“ zu Ende. Wichtigster Redner war der Italienische Chmieprofessor Ugo Bardi, dessen Bericht an den Club of Rome über den Zustand der Ressourcen im Juni in Berlin vorgestellt wurde.

    Konferenz: http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/fakultaet_maschinenwesen/termine/energiekonferenz
    Ugo Bardi: http://cassandralegacy.blogspot.de/2013/06/ugo-bardi-on-plundering-planet-part-1.html

    Tatsächlich geht kaum ein Monat ins Land in dem nicht eine Studie bezüglich der Peak Oil Problematik veröffentlicht wird. Erst im März gab s eine Studie der Energy Watch Group http://www.energywatchgroup.org/.
    Im Wesentlichen werden diese Studien ignoriert.

    In dem oben verlinkten Kommentar in der Nature wird die Scheuklappenmentalität sehr gut auf den Punkt gebracht:
    „Historically, there has been a tight link between oil production and global economic growth. If oil production can’t grow, the implication is that the economy can’t grow either. This is such a frightening prospect that many have simply avoided considering it. The International Monetary Fund, for example, still projects economic growth of 4% of gross domestic product for the next five years: near the top of the historical range since 1980. Yet to achieve that will require either a heroic increase in oil production of 3% per year, increased efficiency of oil use,
    more energy-efficient growth or rapid substitution of other fuel sources.
    Economists and politicians continually debate policies that will lead to a return to economic growth. But because they have failed to recognize that the high price of energy is a central problem, they haven’t identified the necessary solution: weaning society off fossil fuel.“

  4. Nachtrag, Sie werden sagen, „Die Welt hat doch darüber berichtet“. Tatsächlich findet sich ein Artikel über Ugo Bardis Bericht im Wissensteil der welt vom Juni.

    Ich habe aber mal unter dem Bgriff Konjunktur nachgesehen wie viele Artikel in der welt zu diesem Begriff erscheinen die völlig unkritisch Behauptungen üner zukünftiges Wachstum aufstellen. Die Warnungen renommierter Institute und Wissenschaftler sind höchstens Randnotizen. Ein Lernprozess in den Medien ist nicht zu Beobachten.

    Wenn Wirtschaftsinstitute optimistische Prognosen über die Konjunktur abgeben, wird niemals gefragt, „wie passt das denn mit der Ressourcensituation zusamen?“. Einer kritischen Überprüfung müssen sich Konjunkturoptimisten und Wachstumspropheten nicht unterziehen.

    Dazu kommt, dass heute die Erstellung von geneigten Studien durch mächtige Lobbygruppen normal geworden ist. Meist wird verschwiegen wer die Studie finanziert hat. Eine Einschätzung der Glaubwürdigkeit von Veröffentlichungen durch die Medien findet so gut wie nie statt. In vielen Fällen wird in Fragen über die längst ein akademischer Konsens besteht von Medien vermittelt es gäbe zu diesen Themen einen Diskurs.

    Völlig absurde Thesen („z.B. Stichwort: Kalte Sonne“) werden dargestelt als ob es sich hierbei um Wissenschaft handeln würde. Die Dringlichkeit der Themen erfordert hier mehr journalistisches engagement als ab und zu eine Randnotiz im Wissenschaftssteil.

Kommentare sind geschlossen.